pte20240711003 Bauen/Wohnen, Bildung/Karriere

USA: Reiche nicht vor Naturkatastrophen gefeit

Untersuchung der Rutgers University an 200 Standorten zeigt erhebliche finanzielle Belastungen


Dürre: Reichtum schützt nicht vor Naturgefahren (Foto: pixabay.com, Lius Iranzo Navarro-Olivares)
Dürre: Reichtum schützt nicht vor Naturgefahren (Foto: pixabay.com, Lius Iranzo Navarro-Olivares)

New Brunswick (pte003/11.07.2024/06:10)

Laut einer Untersuchung der Rutgers University unter der Leitung von Michael Greenberg und Dona Schneider sind selbst die Reichsten der Reichen mit ihren noch so exklusiven Wohnsituationen vor den Folgen verheerender Naturkatastrophen nicht gefeit. In einer US-Analyse haben die Geografen die Konzentration von Gefahren und damit einhergehenden Risiken analysiert, die sich auf die reichsten und ärmsten Bundesstaaten sowie auf die reichsten und ärmsten Gemeinden auswirken. Diese Analyse umfasst alle 50 Bundesstaaten und 200 Standorte.

Exakte Risikoanalyse

Die Forscher haben ihre Ergebnisse mit den nationalen Durchschnittswerten für jedes Risiko verglichen. Demnach leiden die Bewohner der reichsten US-Kommunen unter höheren ökonomischen Folgen aufgrund von Naturgefahren wie Hurrikans und Dürren sowie einer Belastung durch Luftverschmutzung als die ärmsten, meist ländlichen Kommunen. Personen, die in den Stadtgemeinden mit dem geringsten Einkommen leben, sind zwar geringeren ökonomischen Folgen aufgrund von Naturgefahren ausgesetzt, die Suizidrate ist jedoch mindestens um 50 Prozent höher als im landesweiten Durchschnitt. Das gilt auch für die Zahl der Morde und Todesfälle in Verbindung mit Feuerwaffen.

Laut Greenberg sind Regionen mit einem geringen Einkommen durch viele Gefahren belastet, aber auch die reichsten Bewohner von Vorstädten können den Gefahren eines Lebens in der Nähe von Industrie- und Abfallentsorgungsanlagen nicht ausweichen. In die Analyse haben die Forscher den National Risk Index einbezogen. Dieser zeigt, bei welchen Kommunen das größte Risiko von bestimmten Naturgefahren besteht. So befinden sich sieben der zehn Orte mit dem höchsten Risiko vor einem fatalen Naturereignis in Kalifornien. Bei den drei restlichen Betroffenen handelt es sich um Houston, Huntsville und Oklahoma City. Alle drei Städte wurden von Erdbeben, Bränden, Überschwemmungen und Tornados heimgesucht.

Armut benachteiligt

Greenberg zufolge entscheiden sich die reichsten Menschen oft dafür, an Orten zu leben, die Gefahren aus der Natur ausgesetzt sind. Ein Beispiel dafür ist die Küstenregion in Südkalifornien. Ein Teil der reichsten Gegenden ist demnach anfällig für Dürre, Lauffeuer, Überschwemmungen und Erdrutsche. Personen, die in den Kommunen mit den höchsten Einkommen leben, haben einen besseren Zugang zu einer sehr guten Gesundheitsversorgung, ausgezeichneten Bildungseinrichtungen und Unterhaltungsmöglichkeiten. Zudem sind auch ihre Möglichkeiten der Kommunikation und andere wünschenswerte Werte leichter zugänglich, meint der Forscher.

Personen, die in Kommunen mit den geringsten Einkommen leben, sind den Experten nach sozial vulnerabler und haben auch eher Probleme damit, den Zugang zu Infos sicherzustellen. Davon seien zudem auch das Wissen und die Unterstützung betroffen, die diese Menschen vor Risiken schützen. Sie verfügten auch überproportional weniger wahrscheinlich über einen direkten Zugang zu Gesundheitsversorgung, hätten schlechtere Ergebnisse bei der Morbidität und der Mortalität und auch eine geringere Lebenserwartung. Zusätzlich sei das Risiko des Fehlens eines Bildungsabschlusses um fast 40 Prozent höher als bei den Landkreisen mit dem höchsten Einkommen. Details sind in "Risk Analysis" publiziert.

(Ende)
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