pte20190125009 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Krebs: Rauchstopp durch Beratung effektiver

24 Wochen lang Gespräche mit Therapeuten sowie Einnahme von Medikamenten erfolgreicher


Raucherin: Aufhören für Krebspatienten oft schwer (Foto: pixabay.com, saibo)
Raucherin: Aufhören für Krebspatienten oft schwer (Foto: pixabay.com, saibo)

Chicago (pte009/25.01.2019/10:30) Ein Rauchstopp kann die Wirksamkeit einer Krebsbehandlung laut dem U.S. Surgeon General deutlich erhöhen. Trotzdem raucht fast die Hälfte der Betroffenen nach der Diagnose weiter. Eine Studie von Northwestern Medicine http://nm.org und des Abramson Cancer Center http://pennmedicine.org/cancer hat jetzt nachgewiesen, dass Krebspatienten beim Aufhören erfolgreicher und ein Jahr später weniger anfällig für einen Rückfall sind, wenn sie 24 Wochen lang zu Beratungsgesprächen gehen und gleich lang das Medikament Vareniclin einnehmen. Normalerweise ist dafür nur ein Zeitraum von zwölf Wochen vorgesehen.

Tests mit vielen Krebsarten

Laut Seniorautor Brian Hitsman von der Northwestern University Feinberg School of Medicine besteht bei Krebspatienten durch den Stress, dem sie ausgesetzt sind, ein höheres Risiko eines Rückfalls für einen längeren Zeitraum. "Wir sind daher davon ausgegangen, dass das Angebot einer längeren Behandlung wirksamer sein würde", so Hitsman. Die Studienteilnehmer litten an verschiedenen Krebserkrankungen. Die Bandbreite reichte von Brust- über Haut- bis hin zu Lungenkrebs. 40 Prozent litten an einer aktiven Krebserkrankung, andere waren in den vergangenen fünf Jahren erkrankt.

Der Erfolg bei der Raucherentwöhnung stellte sich jedoch nur bei den 43 Prozent der Patienten ein, die Vareniclin wir vorgeschrieben die ganzen 24 Wochen lang einnahmen. Bei den anderen 57 Prozent der Teilnehmer, die das Medikament nicht wie vorgeschrieben einnahmen, gab es im Vergleich zur Kontrollgruppe, die das Medikament nur in den ersten zwölf Wochen lang erhielt, keinen signifikanten Unterschied beim Rauchstopp oder den Rückfällen. Beide Gruppen erhielten die gleiche Verhaltenstherapie. Dabei handelte es sich um Beratungsgespräche, in denen ein Datum für den Rauchstopp festgesetzt wurde sowie das Erlernen von Fähigkeiten im Umgang mit Entzugssymptomen.

Vareniclin ohne Nebenwirkungen

Viele der Studienteilnehmer der Kontrollgruppe und der Versuchsgruppe setzten die Beratungsgespräche fort. Sie nahmen jedoch nicht immer auch das Medikament ein. Laut Hitsman stand die Verhaltenstherapie nicht im Fokus der Studie, daher seien in dem Bereich weitere Studien erforderlich. Sie könne jedoch den Krebspatienten wirksam beim Rauchstopp helfen. Bei der in "Psycho-Oncology" veröffentlichten Studie wurde untersucht, welche Auswirkungen die Verdoppelung des Behandlungszeitraums mit Verhaltenstherapie und Medikamenteneinnahme auf jede Gruppe von Rauchern und nicht nur Krebspatienten hat.

Da Vareniclin noch nie Krebspatienten länger als zwölf Wochen verabreicht worden ist, wollten die Forscher auch die Sicherheit dieses Vorgehens überprüfen. Dabei zeigte sich, dass die zusätzliche Einnahme die Nebenwirkungen nicht erhöhte. Laut Erstautor Robert Schnoll vom Abramson Cancer Center gebe es von Krebspatienten und Onkologen Berichte darüber, dass dieses Medikament zu schweren Nebenwirkungen führen kann und die Belastung durch die Erkrankung das Ansprechen der Rauchgewohnheiten unangemessen werden lässt. "Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass dieses Medikament bei Krebspatienten wirksam ist, das Risiko der Patienten nicht erhöht und eine vorschriftsgemäße Einnahme Vorteile bringt."

(Ende)
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