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pte20190312030 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Grüner Star muss nicht zur Erblindung führen

Unheilbares Glaukom nur im Frühstadium behandelbar - Ursachen sind äußerst vielschichtig


Wien (pte030/12.03.2019/12:47) - Nur wenn der Grüne Star, auch als Glaukom bekannt, früh erkannt wird, lässt sich eine Erblindung aufhalten. Dazu mahnen Forscher Christoph Faschinger, stellvertretender Vorstand der Universitäts-Augenklinik der Med Uni Graz http://medunigraz.at , Gerhard Garhöfer, Leiter der Abteilung OphthalmoPharmakologie an der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der Med Uni Wien http://meduniwien.ac.at und Anton Hommer, Oberarzt an der Augenabteilung des Sanatorium Hera http://hera.co.at , im Rahmen eines Pressegesprächs heute, Dienstag, dem Weltglaukomtag 2019.

Diagnose oft schwierig

Laut Faschinger ist die Diagnostik schwierig, er vergleicht sie mit dem Zusammenbauen eines Puzzles. Die Entwicklung der Krankheit ist oft völlig symptomlos. Betroffene bemerken oft 15 Jahre lang nichts. Die Krankheit verläuft fast immer schmerzfrei, deswegen wird sie häufig zu spät erkannt. "Was uns fehlt, sind Kausalitätsstudien. Wüssten wir, was die genaue Ursache von Glaukomen ist, würden wir den Nobelpreis gewinnen. Es gibt eine genetische Prädisposition, die aber extrem komplex und multifaktoriell ist. Glaukome können angeboren sein. Der Grüne Star kann auch bei Entzündungen, besonders bei Rheumatikern, auftreten. Sportler bekommen Glaukome, wenn das Auge ein physisches Trauma erleidet. Es gibt also viele verschiedene Ursachen", meint Faschinger gegenüber pressetext.

Der Krankheitsverlauf ist bei jedem unterschiedlich, manchmal passiert er langsam, dann wieder stufenweise, dann wieder schnell. "Unser Traum wäre es, von der gesamten Bevölkerung Abbildungen des Sehnervs zu haben, von der Jugend bis ins höhere Alter, um zu sehen, ob und wie der Sehnerv sich bis 50 verändert", so Faschinger. Der wichtigste Faktor bei der Diagnose sei der erhöhte Augendruck, der leicht messbar sei und als Indikator diene.

Doch auch hier kann es Ausnahmen geben. So gibt es Patienten mit höherem Druck, die kein Glaukom haben, und Patienten mit normalem Druck, die ein solches aufweisen. Bei Patienten mit Glaukomen ist eine tägliche, lebenslange Behandlung nötig, um ihre Erblindung zu verhindern. Hommer zufolge gibt es eine familiäre Prädisposition. Bei einem erstgradig Verwandten mit Grünem Star bestehe ein 30 Prozent höheres Risiko. Deswegen werde der Patient bei der Diagnose immer gefragt, ob er Geschwister hat.

Doktor Google als Problem

Hommer nach gibt es viel Fehlinformation über Glaukome: "Grüner Star ist ernst zu nehmen, er unterscheidet sich wesentlich vom vergleichsweise leicht zu behandelnden Grauen Star. Uns fehlen in diesem Bereich noch viele Informationen, was vor allem im Internet den Spekulationen Tür und Tor öffnet. 'Doktor Google' hat immer Sprechstunde. Glaukome entstehen meist ab dem 50. Lebensjahr. Die heute betroffenen Patienten sind schon mit dem Internet vertraut. Hier gibt es aber oft kommerziell dominierte Informationen. Da Glaukome keine exotische Krankheit sind, müssen die Menschen darüber richtig informiert werden", unterstreicht Hommer.

Dem Experten zufolge glauben viele Patienten aufgrund von Fehlinformationen, sie hätten kein Glaukom, wenn sie keinen schwarzen Tunnel sehen. Dabei fange es meistens mit einem leicht verschwommenen Gesichtsfeld an. "Wenn man bemerkt, dass etwas wirklich nicht stimmt, ist es schon zu spät. Es werden im Internet viele alternative Behandlungen angeboten. Die wichtigsten sind zur Augendrucksenkung. Es gibt hier viele teure Produkte, die aber nicht halten, was sie versprechen", weiß Hommer.

Regelmäßige Kontrolle ab 50

Nur eine rechtzeitigen Diagnose macht eine Behandlung möglich. Das Fortschreiten lässt sich verlangsamen oder auch stoppen. Allerdings können Garhöfer zufolge vorhandene Schäden nicht wieder rückgängig gemacht werden. "Wir benutzen computerbasierte Systeme, um die Diagnose zu erleichtern. Es wird mit einem Laserstrahl die Netzhaut abgetastet, diese Untersuchung ist nicht belastend, sie findet berührungslos und ohne ionisierte Strahlung statt. Wir arbeiten auch mit Künstlicher Intelligenz, basierend auf neuronalen Netzwerken, die die Funktion von Neuronen im menschlichen Körper imitieren. Wir empfehlen, ab dem 50. Lebensjahr jedes Jahr zur Untersuchung zu gehen.

Fotos zum Pressegespräch anlässlich des Weltglaukomtags 2019 stehen unter http://fotodienst.pressetext.com/album/3700 kostenlos als Download zur Verfügung.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Georg Haas
Tel.: +43-1-81140-306
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