pte20230530001 Produkte/Innovationen, Umwelt/Energie

Gescheitertes Antibiotikum bekämpft Unkraut

Molekül von Forschern der University of Adelaide für Menschen und Bakterien völlig unschädlich


Tatiana Soares da Costa (rechts), Andrew Barrow und Kollegin im Labor (Foto: adelaide.edu.au)
Tatiana Soares da Costa (rechts), Andrew Barrow und Kollegin im Labor (Foto: adelaide.edu.au)

Adelaide (pte001/30.05.2023/06:00)

Ein neues Molekül von Forschern der University of Adelaide gegen Tuberkulose hat die hochgesteckten Erwartungen zwar nicht erfüllt, doch bekämpft es laut Expertin Tatiana Soares da Costa zwei der problematischsten Unkräuter Australiens, das einjährige Weidelgras und den wilden Rettich. Bakterielle oder menschliche Zellen werden dabei nicht geschädigt, heißt es.

Alternative zu Glyphosat

Laut Soares da Costa und ihrem Team gibt es auf molekularer Ebene Ähnlichkeiten zwischen bakteriellen Superkeimen und Unkräutern. Die Forscher haben sich diese Ähnlichkeiten zunutze gemacht und konnten durch chemische Modifikation der Struktur eines ausgefallenen Antibiotikums die Produktion der Aminosäure Lysin blockieren, die für das Wachstum von Unkräutern unerlässlich ist.

Genau das macht auch Glyphosat, das bei falscher Anwendung krankheitserregend sein kann und deshalb sehr umstritten ist. "Es gibt keine kommerziell erhältlichen Herbizide auf dem Markt, die auf diese Weise wirken. In den letzten 40 Jahren sind kaum Herbizide mit neuen Wirkmechanismen auf den Markt gekommen", unterstreicht Postdoc Andrew Barrow.

Game Changer für Bauern

"Diese Entdeckung ist ein potenzieller Game Changer für die Agrarindustrie. Viele Unkräuter sind mittlerweile resistent gegen die Herbizide, die heute auf dem Markt sind. Sie kosten die Landwirte weltweit jedes Jahr Milliarden von Dollar", so Soares da Costa. Sie glaubt, dass auch andere Antibiotika, ob sie als solche wirkungsvoll sind oder nicht, zu Herbiziden umgebaut werden können.

Diese Strategie spare wertvolle Zeit und Ressourcen und könnte die Entwicklung dringend benötigter neuer Herbizide beschleunigen. Gemeinsam mit Barrow und ihrer Doktorandin Emily Mackie ist sie jetzt auf der Suche nach anderen Antibiotika, die sich als wirkungslos erwiesen haben, um sie zu umweltverträglichen Unkrautvernichtungsmitteln umzufunktionieren.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|