pte20230525001 Produkte/Innovationen, Umwelt/Energie

Schnüffeltest identifiziert männliche Küken

Geschlecht wird laut Verfahren der University of California, Davis weit vor dem Schlüpfen erkannt


Ei mit Sauger: So wird das Geschlecht des Embryos erschnüffelt (Foto: sensit.ventures)
Ei mit Sauger: So wird das Geschlecht des Embryos erschnüffelt (Foto: sensit.ventures)

Davis (pte001/25.05.2023/06:00)

Am Geruch befruchteter Eier lässt sich das Geschlecht der Embryos bestimmen, so ein Verfahren der University of California, Davis und des Sensor-Start-ups Sensit Ventures. Männliche können dann aussortiert und verwertet werden, etwa von der Nahrungsmittelindustrie. Diese Methode kann dem Töten männlicher Küken nach dem Schlüpfen Einhalt gebieten, das noch in vielen Ländern erlaubt ist. In Deutschland und Österreich ist es seit dem 1. Januar 2022 verboten. Die Aufzucht männlicher Küken von Legehennen lohnt sich wirtschaftlich nicht. Die Schnüffelmethode könnte sowohl das Töten beenden als auch wirtschaftlichen Schaden von Hühnerzüchtern abwenden.

Großer Aufwand

Bisher eingesetzte Techniken zur Geschlechtserkennung sind deutlich aufwendiger. Es werden bildgebende Verfahren eingesetzt, die das Geschlecht anhand von Adermustern erkennen lassen. Oder die Eier müssen perforiert werden, um eine winzige Menge des Inneren zu analysieren. Dadurch können auch Eier beschädigt werden, aus denen erwünschte weibliche Küken schlüpfen.

Die US-Entwicklung basiert auf dem Nachweis flüchtiger organischer Verbindungen, die vom sich entwickelnden Embryo abgegeben werden und durch die Schale diffundieren. Der erste Schritt bestand darin herauszufinden, ob es einen zuverlässig nachweisbaren Unterschied in den Chemikalien gibt, die von männlichen und weiblichen Embryonen abgegeben werden. Nachdem dieser Nachweis erbracht worden war, wurde ein Sensor entwickelt, der die Unterschiede eindeutig erkennt.

Sauger und Sensor

In der Praxis funktioniert das so: Ein Sauger wird auf das Ei gepresst. Er sammelt eine kleine Menge der mit den geschlechtstypischen organischen Verbindungen angereicherten Luft. Der angeschlossene Sensor analysiert sie, sodass die Eier, aus denen männliche Küken schlüpfen würden, aussortiert werden können. Das würde weltweit jedes Jahr Milliarden Kükentötungen verhindern. Mit dieser Methode lassen sich männliche und weibliche Embryonen acht Tage nach der Befruchtung mit einer Genauigkeit von 80 Prozent identifizieren. Der Prozess, der automatisiert werden kann, dauert pro Ei zwei Minuten.

(Ende)
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