pte20240709012 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Glioblastome: TAT erhöht die Überlebensrate

University of South Australia: Intensive Bestrahlung des Tumors mit Alphateilchen tötet Krebszellen


Gehirn im Scan: Tumore lassen sich hier häufig nur schwer behandeln (Foto: pixabay.com, kalhh)
Gehirn im Scan: Tumore lassen sich hier häufig nur schwer behandeln (Foto: pixabay.com, kalhh)

Adelaide (pte012/09.07.2024/10:30)

Mit der sogenannten "Targeted alpha therapy" (TAT) zur Behandlung der bösartigsten Form von Hirnkrebs, den Glioblastomen, haben Forscher der University of South Australia in präklinischen Settings vielversprechende Ergbnisse erzielt. So besteht die Hoffnung, dass die durchschnittlichen derzeitigen Überlebensraten über 18 Monate hinaus verlängert werden. Derzeit besteht die Standardbehandlung aus einer OP, gefolgt von Strahlen- und Chemotherapie. Trotzdem liegen die Überlebensraten nach fünf Jahren bei weniger als fünf bis zehn Prozent.

Wirkung in geringer Distanz

Die Wissenschaftler haben bestehende klinische Studien analysiert, um die Durchführbarkeit der neuen Therapie zu beurteilen. In "Targeted Oncology" präsentiert das Team, bestehend aus Maram El Sabri, Eva Bezak und Frank Saran, jetzt die wissenschaftlichen Belege, die für den Einsatz von TAT zur Behandlung von Glioblastomen sprechen. Laut Maram transportiert TAT große Mengen tödlicher Strahlung aus sehr geringer Distanz direkt zum Tumor. Das Ziel wird dabei getroffen, ohne das umgebende gesunde Gewebe erheblich zu schädigen.

Die eingesetzten Alphateilchen sind im Vergleich zur Standardbehandlung zehn Mal mehr leistungsfähig. Sie töten die Krebszellen ab oder verlangsamen zumindest ihr künftiges Wachstum. Glioblastome gelten als äußerst problematisch, da sie sehr rasch wachsen und sich über den leicht sichtbaren Tumor hinaus in das normale Gewebe des Gehirns ausbreiten. Damit wird es für die Onkologen auch schwer, die optimale Strahlungsdosis zu verabreichen, die für das Abtöten des Krebses erforderlich ist. Tierstudien zeigen, dass nur wenige Medikamente als Targets die Blut-Hirn-Schranke tatsächlich überwinden und damit das Krebsgewebe erreichen.

Nur wenige Nebenwirkungen

Bei präklinischen Experimenten hat TAT die Überlebensrate bei neu diagnostizierten Fällen von Glioblastomen um 16,1 erhöht. Bei wiederkehrenden Tumoren lag die Erfolgsrate bei 36,4 Prozent. Bei der Behandlung kommt es zudem nur zu geringen Nebenwirkungen. Laut Bezak wurde TAT erstmals vor mehr als 20 Jahren von dem international bekannten australischen Wissenschaftler Barry Allen als Behandlungsverfahren vorgeschlagen. "Er war seiner Zeit weit voraus. Es hat lange gedauert, bis TAT von den Medizinern akzeptiert worden ist."

Ein weiterer Vorteil von TAT ist, so die Wissenschaftler, dass diese Therapie vergleichsweise geringe Kosten verursacht. Maram entwickelt für ihre Dissertation gegenwärtig ein Computermodell zur Berechnung, wie sich TAT nach dem operativen Eingriff am besten im Gehirn einsetzen lässt. In Kombination mit den konventionellen Behandlungsansätzen wird dabei spezifisch auf übriggebliebene Krebszellen abgezielt und an der Verabreichung wirksamerer Strahlung gearbeitet.

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