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pte20121126001 Medizin/Wellness, Produkte/Innovationen

Gerät erstellt Knorpelgewebe und druckt es aus

Erste Erfolge des Produkts zeigen sich vorerst bei Mäusen


Gelenk: Printer druckt Knorpelgewebe aus (Foto: pixelio.de, med2help)
Gelenk: Printer druckt Knorpelgewebe aus (Foto: pixelio.de, med2help)

Winston-Salem/Wien (pte001/26.11.2012/06:00) - Knorpelgewebe kann nun von einem Gerät erstellt und und mithilfe eines integrierten 3D-Printers ausgedruckt werden, um Gelenkleiden sowie Sportverletzungen zu heilen. Die Studie zu dieser Innovation wurde von Wissenschaftlern des Wake Forest Instituts für Regenerative Medizin http://wakehealth.edu in Winston-Salem/USA geführt. Das hybride Gerät besteht aus einem konventionellen Printer sowie aus einer spezialisierten Spinnmaschine, die die Knorpelfasern aus Polymer und Knorpelzellen aus Hasenohren herstellt. Die Forscher behaupten, dass das Material stärker sei als bisherige Produkte. Bisher wurde das künstliche Gewebe nur an Mäusen getestet, das nach rund acht Wochen mit ihrem eigenen verheilte und somit auch bei Menschen möglicherweise zum Erfolg führen könnte.

Gewebe durch Bewegung gestärkt

"Generell bringt es nicht viel, nur einen neuen Knorpel einzusetzen, weil dieser nach einer gewissen Zeit wieder abbaut", erläutert Sportwissenschaftler Bernhard Koller des Österreichischen Instituts für Sportmedizin http://sportmedizin.or.at im Interview mit pressetext. Es gäbe mehrere wissenschaftliche Studien, nach denen ein Knorpel erst durch Belastung durchblutet und gestärkt würde.

"Der Patient müsste daher zusätzlich körperlich aktiv sein, wobei zwischen Bewegung und Hochleistungssport zu unterscheiden ist", so der Experte. Eine gemäßigte sportliche Leistung wäre demnach adäquat zur Kräftigung des Textils. Ob sich der 3D-Drucker bewähren wird, ist noch nicht prognostizierbar. "Es kommt darauf an, ob das künstliche Gewebe resistent gegen Abbau ist", führt Koller aus.

Supplementierung erhöht Lebensqualität

Laut dem Sportwissenschaftler hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrere synthetische Supplementierungen, wie künstliche Gelenke, bewährt, auch wenn sie zuvor unvorstellbar waren und ihr Erfolg bezweifelt wurde.

"Man muss bedenken, dass alles, was nicht vom eigenen Körper stammt, als Fremdkörper gesehen werden muss", erläutert der Spezialist. "Dennoch sind diese Innovationen ein positiver Schritt und schaffen eine bessere Lebensqualität für die Betroffenen", schließt Koller ab.

(Ende)
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