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pte20110629037 Medizin/Wellness, Medien/Kommunikation

Leser überhören sogar Wutausbrüche

Konzentration auf Sehreize macht taub für Emotionen


Ehepaar: Erst nach der Lektüre ist der Mann ganz Ohr (Foto: Flickr/Simoes)
Ehepaar: Erst nach der Lektüre ist der Mann ganz Ohr (Foto: Flickr/Simoes)

Jena (pte037/29.06.2011/13:45) - Konflikte unter Ehepaaren beginnen manchmal damit, dass der Mann in seine Zeitung vertieft ist und die Frau auf wiederholte Fragen keine Antwort bekommt - selbst wenn ihr Ton dabei zunehmend schärfer wird. Psychologen der Universität Jena http://www.uni-jena.de appellieren an die Geduld bis zum Ende der Zeitungslektüre. Die ausbleibende Reaktion deutet nicht auf Desinteresse des Mannes, denn dieser kann die Frau in dieser Situation gar nicht hören, behaupten sie in der Zeitschrift "Journal of Neuroscience".

Gehirn ist überfordert

Zwar verarbeitet das Gehirn emotionale Hörreize ganz automatisch, doch trifft das bei Ablenkung nicht mehr zu. "Überschreitet die zusätzliche Information eine bestimmte Grenze, blockiert die Konzentration auf Visuelles die sozialen Reize völlig. Das Gehirn hat für deren Aufnahme und Verarbeitung keine Kapazitäten mehr frei. Deshalb klingt in dieser Situation selbst eine wütende Stimme nur mehr neutral", berichtet Studienleiter Martin Mothes-Lasch im pressetext-Interview.

Die Forscher spielten Versuchspersonen Tonbeispiele vor, bei denen diese entweder eine wütendende oder einer neutrale Stimme hörten. Möglichst schnell galt es anzugeben, ob ein Mann oder eine Frau sprach. Gleichzeitig zeigte man auf einem Bildschirm zwei Symbole, bei denen die Probanden zwischen Kreuz und Kreis unterscheiden mussten. Der Kernspintomograph zeigte, dass wütende Töne die Gehirnregion für soziale Reize weit stärker aktivieren. Bei zeitgleicher Konzentration auf das Sehen wird diese Region jedoch stillgelegt.

Kein reines Männerproblem

"Es machte keinen Unterschied, ob die Probanden oder die gehörten Stimmen männlich oder weiblich waren. Somit handelt es sich nicht um ein geschlechtsspezifisches Phänomen", betont Mothes-Lasch. Das Ergebnis zeigt ein Stück weit, wie unser Gehirn bestimmten Reizen Aufmerksamkeit zuteilt - ein Wissen, das eines Tages für die Entwicklung neuer Therapien etwa von Angsterkrankungen nützlich sein könnte.

(Ende)
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