Krebs: Mutation macht Menschen anfälliger als Primaten
US-Wissenschaftler entdecken genetische Schwachstelle beim Immunprotein Fas-Ligand
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Schimpanse reagiert anders auf Krebs als ein Mensch (Foto: PublicDomainPictures, pixabay.com)
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Sacramento (pte009/04.07.2025/10:30)
Eine evolutionäre Veränderung dürfte dafür verantwortlich sein, dass bestimmte Immunzellen beim Menschen weniger wirksam solide Tumore bekämpfen als bei nicht-menschliche Primaten. Zu dieser Erkenntnis ist eine Studie des UC Davis Comprehensive Cancer Center gekommen. Entscheidend ist demnach laut "Nature Communications" ein winziger genetischer Unterschied beim Immunprotein Fas-Ligand (FasL) zwischen Menschen und nicht-menschliche Primaten.
Immunsystem wird entwaffnet
Diese genetische Mutation macht das Protein FasL anfällig dafür, dass es durch das tumorassoziierte Enzym Plasmin deaktiviert wird. Diese Schwachstelle tritt ausschließlich beim Menschen auf. Laut Seniorautor Jogender Tushir-Singh dürfte diese Mutation zu einem größeren Gehirn beim Menschen beigetragen haben. In Hinblick auf Krebserkrankungen dürfte das jedoch ein ungünstiges Geschäft gewesen sein, denn "diese Mutation ermöglicht bestimmten Tumoren, Teile des Immunsystems zu entwaffnen".
Bei menschlichen Genen führt eine einzelne evolutionäre Veränderung der Aminosäure dazu, dass FasL anfälliger dafür wird, durch Plasmin deaktiviert zu werden. Dabei handelt es sich um die Platzierung von Serin statt Prolin an der Position 153. Das Protease-Enzym Plasmin ist bei aggressiven soliden Tumoren häufig erhöht. Davon betroffen sind dreifach negativer Brust-, Darm- und Eierstockkrebs.
Immuntherapie weniger wirksam
Auch wenn die Immunzellen aktiviert werden und bereit sind, die Tumorzellen anzugreifen, kann mit FasL ein entscheidender Faktor deaktiviert werden. Dadurch verringert sich die Wirksamkeit der Immuntherapie. Diese Erkenntnisse helfen auch zu verstehen, warum auf CAR-T und T-Zellen basierende Behandlungsansätze bei Blutkrebs wirksam sein können und bei soliden Tumoren nicht.
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