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pte20050404013 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle

Abschied vom ersten Medienpapst

Johannes Paul II: "Fürchtet euch nicht vor den neuen Technologien"


Rom (pte013/04.04.2005/09:56) - Mit Johannes Paul II. wird auch der erste Medienpapst zu Grabe getragen. Der am Samstagabend verstorbene Papst wird zwar vor allem wegen seiner politischen und sozialen Initiativen in Erinnerung bleiben, aber Johannes Paul II. hat die katholische Kirche auch ins Informationszeitalter geführt. Wie kein anderer Pontifex vor ihm hat er die Massenmedien genutzt, um die Botschaft der Kirche zu verkünden. Die Inszenierung war perfekt. Von seinem Nachfolger erwarten - vor allem in Westeuropa - viele, dass er nun auch den Rest der katholischen Kiche ins 21. Jahrhundert führt.

Unter der Führung von Johannes Paul II. hat sich die katholische Kirche http://www.vatican.va/phome_ge.htm neuen Medien gegenüber sehr aufgeschlossen gezeigt. In einem apostolischen Brief hat der Papst im Januar 2005 - noch vor seinem Krankenhausaufenthalt - zu ihrer Nutzung in der vatikanischen Arbeit der Weltkirche aufgerufen und sie auch selbst immer wieder genutzt, um mehr Menschen zu erreichen. "Fürchtet euch nicht vor den neuen Technologien", war seine Botschaft in dem Brief. "Wenn sie (die Medien) im Dienst der Völkerverständigung stehen, sind sie eine mächtige positive Ressource, wenn sie benutzt werden, um Ungerechtigkeit und Konflikte zu nähren, eine zerstörerische Waffe", so der Kirchenführer in dem im Februar veröffentlichten Schreiben. Die Medien sollten zu Förderern "der Solidarität und des Friedens" werden, Medienerziehung sei daher sehr wichtig.

Johannes Paul II. hat den Kontakt mit populären kommerziellen Medien nicht gescheut, auch wenn sie gemeinhin mit der vom Papst oft kritisierten Konsum- und Spaßgesellschaft in Verbindung standen. Die Funktionsweisen der Erlebnisgesellschaft hatte der Papst jedoch sehr gut verstanden und für die Kirche zu nutzen gewusst. Der Papst hat nicht nur Bücher verfasst, sondern auch Musik-CDs aufgenommen. Im katholischen Spanien war er mit von ihm gesungener Kirchenmusik sogar ganz oben in der Hitparade. Die tägliche Botschaft des Papstes war per SMS verfügbar. Auch das Internet nutzte die Weltkirche unter seiner Führung als Instrument zur Verkündung der katholischen Heilslehre. Sogar einen Schutzpatron bekam das Internet unter Johannes Paul II., nämlich den Heiligen Isidor von Sevilla.

(Ende)
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