pte20260105002 in Leben

Zirkadianer Rhythmus bestimmt Demenzrisiko

 Stärkerer Rhythmus ist laut UT Southwestern Medical Center deutlich gesünder für den Körper


Aufstehen: Forscher haben einen neuen Risikofaktor gefunden (Foto: pixabay.com, tatlin)
Aufstehen: Forscher haben einen neuen Risikofaktor gefunden (Foto: pixabay.com, tatlin)

Dallas (pte002/05.01.2026/06:00)

Schwächere und bruchstückhaftere zirkadiane Rhythmen stehen mit einem erhöhten Demenzrisiko in Zusammenhang. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Wendy Wang vom UT Southwestern Medical Center. Zudem stehen die Werte des zirkadianen Rhythmus, die eher später am Tag ihren Höhepunkt erreichen, auch mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung.

Rhythmus störungsanfällig

Beim zirkadianen Rhythmus handelt es sich um einen natürlichen 24-Stunden-Zyklus des menschlichen Körpers, der von der inneren Uhr gesteuert wird. Bei einem schwachen zirkadianen Rhythmus führen Veränderungen von Licht oder Zeitplänen eher zur Störung der inneren Uhr. Betroffene passen auch eher ihren Schlaf und die Aktivitätszeiten den Jahreszeiten oder Veränderungen des Zeitplans an.

Wang zufolge kommt es im Alter zu Veränderungen der zirkadianen Rhythmen. Störungen hier können ein Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen wie eine Demenz sein. Für die Studie wurden die Rhythmen von Ruhe und Aktivität gemessen. Rasch war klar, dass Personen mit schwächeren und bruchstückhafteren Rhythmen und Menschen mit Aktivitätsniveaus, die erst später ihren Höhepunkt erreichten, ebenfalls über ein erhöhtes Risiko verfügen.

An der Studie nahmen 2.183 Personen mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren teil. Keiner der Teilnehmenden litt zu Studienbeginn unter einer Demenz. 24 Prozent der Studienteilnehmer waren schwarz und 76 Prozent weiß.

Relative Amplitude relevant

Die Teilnehmenden haben zwölf Tage lang kleine Herzmonitore am Brustkorb getragen. Ruhe und Aktivität wurden so ermittelt. Anschließend sind die Teilnehmer rund drei Jahre lang weiter beobachtet worden. Bei176 Personen wurde in diesem Zeitraum eine Demenz diagnostiziert. Die Daten der Herzmonitore wurden für verschiedene Werte analysiert, um die Stärke der zirkadianen Rhythmen festzustellen. Dazu gehört auch die relative Amplitude.

Diese relative Amplitude zeigt den Unterschied zwischen der größten und geringsten Aktivität. Eine höhere relative Amplitude bedeutet stärkere zirkadiane Rhythmen. Das Team hat die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteikt, so konnte die hohe Gruppe mit der niedrigen verglichen werden. Nur 31 Personen der Gruppe mit den hohen Werten erkrankten an einer Demenz. Bei der niedrigen Gruppe waren 106 von 727 Teilnehmern betroffen.

Nachdem Faktoren wie Alter, Blutdruck und Herzerkrankungen berücksichtigt worden waren, zeigt sich ein eindeutiges Bild. Personen mit einem schwächeren zirkadianen Rhythmus verfügen über fast das 2,5-fache Risiko einer Demenz.

Demenzrisiko steigt drastisch

Das Demenzrisiko ist um 54 Prozent entsprechend jeder Abnahme der Standardabweichung der relativen Amplitude erhöht. Zudem verfügen Personen mit der höchsten Aktivität nach 14:15 Uhr oder später über ein um 45 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Ein späterer Höhepunkt der Aktivität bedeutet, dass es einen Unterschied zwischen der inneren Uhr und Hinweisen aus der Umwelt wie spätere Uhrzeiten und Dunkelheit geben könnte.

Laut Wang geht könnten Störungen des zirkadianen Rhythmus zur Veränderung von Körperprozessen wie Entzündungen führen. Auch der Schlaf könnte betroffen sein und es könnte zu einem Anstieg der Amyloid-Plaques kommen, die ihrerseits mit einer Demenz in Zusammenhang stehen. Denkbar wäre auch, so die Expertin, dass sich die Entfernung der Amyloid-Plaques aus dem Gehirn verschlechtert.

Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass keine Infos zu Schlafstörungen wie Schlafapnoe zur Verfügung gestanden sind. Es ist, so die Studienautoren, denkbar, dass sich das auf die Ergebnisse der Studie ausgewirkt haben könnte. Die aktuelle Studie beweist nicht, dass diese Faktoren eine Demenz verursachen. Sie zeigt nur einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Bereichen auf. Details sind in "Neurology" veröffentlicht.

(Ende)
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