YouTubes Algorithmus wirkt radikalisierend
City St George's, University of London vermutet automatisierte Hinführung zum Faschismus
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YouTube: Plattform bekehrt viele laut Studie zum Faschismus (Bild: chiplanay, pixabay.com) |
London (pte004/23.01.2026/06:15)
YouTube ist ein wichtiges Instrument für die Rekrutierung rechtsextremer Aktivisten für Großbritanniens größte faschistische Gruppierung Patriotic Alternative (PA). Zu dem Ergebnis kommt Tony Karas von der City St George's, University of London. Die PA vertritt ethnonationalistische Ansichten, darunter die "Great Replacement Theory", eine rechtsextreme Verschwörungstheorie, wonach Masseneinwanderung nach Europa absichtlich von Liberalen, Linken und Juden orchestriert werde.
Mehrheit nennt YouTube
Als Basis für seine Studie hat Karas die Analyse von Videointerviews, Podcasts und Blogbeiträgen von 40 PA-Aktivisten genutzt, in denen diese beschrieben, wie sie zur PA gekommen waren. 33 davon sagten, dass soziale Medien dabei eine wichtige Rolle gespielt hätten. Von diesen wiederum nannten 27 YouTube, wobei viele darauf hinwiesen, dass der Algorithmus der Plattform sie zu radikaleren Inhalten geführt habe.
Aktivisten bezeichnen ihre "Bekehrung" zu einer rechtsextremen Weltanschauung als "die rote Pille nehmen" - eine Metapher, die sich auf eine Szene aus dem Science-Fiction-Film "Matrix" aus dem Jahr 1999 bezieht, in der dem Protagonisten "Neo" eine rote Pille angeboten wird, die ihm die Wahrheit über die Welt bewusst macht. Viele "Red Pill"-Geschichten von PA-Aktivisten zeigen einen allmählichen Prozess der Radikalisierung.
"Zur Rechenschaft ziehen!"
Zunächst hätten sie konservative und libertäre Mainstream-YouTuber wie Ben Shapiro oder Carl Benjamin (bekannt unter dem Pseudonym "Sargon of Akkad") angesehen, bevor die Autoplay-Funktion von YouTube sie zu radikaleren, offen neonazistischen Inhalten hinführte. Autoplay spielt, wenn die Funktion nicht deaktiviert wird, unaufgefordert Videos ab, die ein Algorithmus aussucht.
YouTube ist die zweitmeistbesuchte Website weltweit und ihr Algorithmus bestimmt 70 Prozent der Sehdauer auf der Plattform. Die Rolle, die ihr Algorithmus auf dem Weg dieser Aktivisten zu einer offenen neonazistischen Weltanschauung gespielt hat, ist laut Karas unbestreitbar. Er fordert daher: "YouTube und andere Plattformen müssen für die Veröffentlichung und Vermarktung riesiger Mengen faschistischer Propaganda zur Rechenschaft gezogen werden."
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