Spendenbereitschaft durch KI-Bilder reduziert
Durch Verlust der emotionalen Bindung schwindet vor allem das Vertrauen in die Organisationen
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KI-generiertes Bild: Das schreckt Spender schnell ab (Bild: Mohamed Hassan, pixabay.com) |
Norwich (pte003/09.03.2026/06:10)
Wohltätigkeits- und Nicht-Regierungsorganisationen gefährden ihr Spendenaufkommen, wenn sie Werbekampagnen mit KI-generierten Bildern schmücken. Das zeigt eine Studie der University of East Anglia. Vor dem Hintergrund knapper werdender Budgets für humanitäre Hilfe flüchten sich viele dieser Organisation in die KI, angelockt durch Kosteneffizienz und Steigerung der kreativen Flexibilität.
400 Kommentare analysiert
KI biete laut den Studienautoren zwar eine kostengünstigere und schnellere Möglichkeit, Kampagnenbilder zu produzieren. Das berge jedoch die Gefahr, das Vertrauensverhältnis zwischen Wohltätigkeitsorganisationen und der Öffentlichkeit zu zerstören. Das Team um David Girling hat rund 400 öffentliche Kommentare zu Kampagnen von 17 Organisationen analysiert, darunter Amnesty International, Plan International, die WHO und den WWF, die 171 KI-generierte Bilder genutzt hatten.
Werden derartige Bilder verwendet, verschwindet das humanitäre Anliegen praktisch aus der Diskussion, so die Forscher. Ihnen zufolge umgeht KI die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit mit Wohltätigkeitsorganisationen umgeht, grundlegend. "Wohltätigkeitsorganisationen existieren, weil Menschen sich um andere Menschen kümmern. In dem Moment, in dem Menschen anfangen sich zu fragen, ob das, was sie sehen, echt ist, gerät die emotionale Bindung, die die Unterstützung antreibt, in Gefahr. KI ist nicht von Natur aus falsch, aber wenn sie beginnt, die Menschlichkeit im Mittelpunkt der Wohltätigkeitsarbeit zu überschatten, könnten Organisationen weit mehr an Vertrauen verlieren, als sie an Effizienz gewinnen", kritisiert Girling.
Kennzeichnung nicht hilfreich
Fast 70 Prozent der analysierten KI-Bilder waren den Wissenschaftlern nach fotorealistisch. Das vorherrschende Thema war Armut, die etwa ein Drittel der Bilder (51 von 171) ausmachte und oft Kinder zeigte, gefolgt von Bildern zu den Themen Umwelt (35) und Menschenrechte (32). Obwohl 85 Prozent der Bilder angemessen als KI-generiert gekennzeichnet waren, schützte diese Offenlegung die Sache und die Organisationen nicht vor negativen Reaktionen.
Anstatt die Arbeit der Wohltätigkeitsorganisation zu bewerten, haben sich die Kommentatoren ausschließlich darauf konzentriert, ob die Bilder künstlich waren oder nicht. WWF Dänemark wurde beispielsweise kritisiert, weil die Organisation energieintensive KI-Tools zur Förderung der Nachhaltigkeit einsetzten - eine Ironie, die einer klimabewussten Öffentlichkeit nicht entging, die diesen Schritt als "ökologisch selbstmörderisch" bezeichnete.
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