pte20260309004 in Forschung

Bodenradar macht Bauarbeiten viel sicherer

Versorgungsleitungen lassen sich mit neuem Verfahren der Purdue University künftig genauer orten


Purdue-Doktorandin Yuxi Zhang testet das verbesserte Bodenradar (Foto: Yuxi Zhang, purdue.edu)
Purdue-Doktorandin Yuxi Zhang testet das verbesserte Bodenradar (Foto: Yuxi Zhang, purdue.edu)

West Lafayette (pte004/09.03.2026/06:15)

Forscher der Purdue University haben ein radargestütztes System entwickelt, mit dem sich unterirdische Versorgungsleitungen eindeutig orten lassen. Vor allem ältere Leitungen sind oft nicht dokumentiert, sodass sie bei Bauarbeiten nicht selten zerstört werden. Werden Hochspannungskabel getroffen, besteht für Bauarbeiter sogar Lebensgefahr. Das soll sich mit dem neuen System grundlegend ändern.

Virtuelle Pufferzone

Die Purdue-Entwicklung basiert auf einem Gerät namens Bodenradar. Dieses sendet elektromagnetische Wellen in den Boden und fängt auf, was Hindernisse im Untergrund reflektieren. Hubo Cai und seine Doktorandin Yuxi Zhang nehmen für sich in Anspruch, die Genauigkeit der auf diese Weise gesammelten Daten entscheidend verbessert zu haben. Lage, Ausrichtung und Radien von unterirdischen Versorgungsleitungen könnten so besser eingeschätzt werden.

Die Wissenschaftler haben die Fehler, die mit bisherigem Bodenradar unvermeidbar sind, quantifiziert. Damit schaffen sie eine Pufferzone, die ein wenig über größer ist als die Versorgungsleistungen, sodass Bauarbeiter stets auf der sicheren Seite sind. "Damit ist eine sicherere und effektivere Kartierung unterirdischer Versorgungsleitungen möglich", zeigt sich Cai überzeugt.

30 Mrd. Dollar Schäden

Die Common Ground Alliance, die Bauschäden dokumentiert, schätzte 2019, dass sich die jährlichen Gesamtkosten für Schäden an unterirdischen Infrastrukturen allein in den Vereinigten Staaten auf etwa 30 Mrd. Dollar beliefen. Fast 90 Prozent dieser Vorfälle waren auf ungenaue Standortinformationen zurückzuführen. Das Fehlen vollständiger und zuverlässiger Aufzeichnungen führt auch zu Engpässen bei der Umsetzung von Verkehrsprojekten

Das ist vor allem immer dann ein Problem, wenn an unerwarteten Stellen Versorgungsleitungen entdeckt werden. "Das führt zu Kostenüberschreitungen, Terminverzögerungen, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Versorgungsausfällen. Daher sind effektive Tools zur Ortung unterirdischer Rohrleitungen der erste Schritt zum Aufbau eines digitalen Zwillings der riesigen unterirdischen Infrastruktur", argumentiert Zhang abschließend.

(Ende)
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