Künstliche Intelligenz beseitigt Sprachprobleme
Gerät "Revoice" der University of Cambridge ist vor allem für Schlaganfallpatienten gedacht
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Sprechendes Halsband: Hoffnung für Schlaganfallpatienten (Foto: occhipintigroup.com) |
Cambridge (pte002/23.01.2026/06:05)
Mit dem intelligenten elektronischen Halsband "Revoice" von Forschern der University of Cambridge können sich Menschen mit Sprachproblemen, etwa nach einem Schlaganfall, wieder klar artikulieren. Das Gerät erfasst die Herzfrequenz und winzige Vibrationen der Halsmuskulatur des Trägers und nutzt diese Signale, um beabsichtigte Wörter und Sätze in Echtzeit zu rekonstruieren. Wann das Gerät auf den Markt kommt, ist noch offen.
Verstümmelte Signale
Die Signale, die Revoice auffängt, werden von zwei KI-Agenten verarbeitet: Der eine rekonstruiert Wörter aus Fragmenten lautloser Mundbewegungen, während der andere den emotionalen Zustand und Kontextinformationen wie die Tageszeit oder die Wetterbedingungen berücksichtigt, um kurze Phrasen zu vollständigen, ausdrucksstarken Sätzen zu erweitern, wobei ein integriertes KI-Sprachmodell Hilfestellung gibt. So vervollständigte Wörter und Sätze werden per Lausprecher ausgegeben.
In einer kleinen Studie mit fünf Patienten mit Dysarthrie, das ist eine häufige Form der Sprachbeeinträchtigung nach einem Schlaganfall, hat das Gerät bei Wörtern eine Fehlerquote von 4,2 Prozent und bei ganzen Sätzen nur 2,9 Prozent erreicht. Im Gegensatz zu bestehenden Sprachunterstützungstechnologien, die oft eine langsame Eingabe Buchstabe für Buchstabe, Eye-Tracking oder Hirnimplantate erfordern, ermöglicht das Gerät eine nahtlose Echtzeitkommunikation. Es wird von einer Batterie mit Strom versorgt, die einen ganzen Tag lang halten soll und in der Nacht aufgeladen wird.
Geschwächte Muskeln
Etwa die Hälfte aller Schlaganfallpatienten leidet zumindest anfangs an Dysarthrie im Mund und in den Stimmbändern, die zudem eine Schwächung der Muskeln im Gesicht verursacht. Sie führt häufig zu einer Unfähigkeit, klar zu sprechen, zu undeutlicher oder langsamer Sprache oder dazu, dass kurze, unzusammenhängende Wortfetzen anstelle von vollständigen Sätzen gesprochen werden.
"Wenn Menschen nach einem Schlaganfall an Dysarthrie leiden, kann das für sie äußerst frustrierend sein, weil sie genau wissen, was sie sagen wollen, aber physisch Schwierigkeiten haben, es auszusprechen, da die Signale zwischen ihrem Gehirn und ihrem Hals durch den Schlaganfall gestört sind. Diese Frustration kann tiefgreifend sein, nicht nur für die Patienten, sondern auch für Pflegekräfte und Familienmitglieder", sagt Luigi Occhipinti, der die Entwicklung des Geräts leitet.
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