Wartung & Nachweise: Vertrauen ist Geld wert
Servicehistorie richtig aufbereiten
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Innert zwei Minuten Übersicht für den Ankäufer schaffen (Foto: Unsplash) |
Emmen (ptp009/07.01.2026/08:05)
Beim Autoverkauf entscheiden oft nicht PS oder Farbe – sondern Nachweise. Eine sauber dokumentierte Wartung macht dein Auto leichter verkäuflich, reduziert Rückfragen und führt häufig zu einem besseren Preis. Wer sein Auto verkaufen will, sollte daher Service, MFK und Transparenz wie ein Produkt aufbereiten.
1. Servicehistorie richtig aufbereiten: Mappe, Belege, digitales Serviceheft
Ziel: Ein Käufer soll in zwei Minuten verstehen: Was wurde wann gemacht – und wo?
Die perfekte Verkaufsmappe:
- Serviceheft (Papier) oder Ausdruck aus dem digitalen Serviceheft (falls verfügbar)
- Rechnungen/Belege der letzten Jahre (Service, Bremsen, Reifen, Batterie, Zahnriemen/Steuerkette, Kupplung, Klima)
- MFK-Bericht (letzte Prüfung) + allfällige Reparaturnachweise danach
- Zusatzunterlagen: Garantiearbeiten, Zubehör, Felgensatz, E-Bikes/Anhänger-Kupplung Eintrag etc.
- Kurzübersicht (1 Seite): Datum – km-Stand – Arbeit – Garage
Digitales Serviceheft (wichtig in der Schweiz)
Viele Marken führen Einträge digital. Wenn du keinen Zugriff hast:
- Bei der markengebundenen Garage nach einem Service-Auszug fragen
- Wenn Services bei freien Garagen gemacht wurden: Rechnungen sind dann dein Beleg
Pro-Tipp: Sortiere alles chronologisch und markiere "grosse" Arbeiten (z. B. Zahnriemen, Bremsen, Getriebeöl). Das wirkt sofort professionell – egal ob du privat dein Auto verkaufen willst oder an einen Autohändler.
2. MFK neu machen oder nicht? Rechenbeispiele und Entscheidungsbaum
Eine frische MFK kann Vertrauen schaffen – aber sie kostet Zeit/Geld. Die richtige Entscheidung hängt davon ab, wie sicher du durchkommst und wer dein Käufer ist (privat vs. Autoankauf durch Händler).
Faustregel
- Hohe Chance auf problemloses Bestehen → MFK kann sich lohnen
- Risiko auf Mängel (Bremsen, Abgas, Ölverlust, Fahrwerk, Rost, Motorkontrollleuchte) → eher nicht "blind" neu machen
Rechenbeispiele (einfach)
Beispiel A – "guter Zustand"
- MFK-Gebühr + Kleinkram: ca. 200–450 CHF
- Wirkung: Käufer beruhigt, weniger Preisdrückerei
- Ergebnis: Wenn du dadurch > 500–800 CHF mehr erzielst oder schneller verkaufst → lohnt sich
Beispiel B – "unklarer Zustand"
- MFK + wahrscheinliche Reparaturen: z. B. Bremsen/Fahrwerk/Reifen → 800–2'500 CHF
- Wirkung: Ja, Vertrauen – aber du finanzierst den Aufbereitungsaufwand
- Ergebnis: Wenn der Marktpreis das nicht hergibt → nicht lohnend, besser transparent verkaufen
Entscheidungsbaum (Kurz)
- Leuchtet eine Warnlampe? (Motor, ABS, Airbag)
→ Ja: keine MFK, erst Diagnose oder transparent verkaufen. - Letzter Service & Verschleissteile ok? (Reifen, Bremsen, Flüssigkeiten)
→ Nein/unsicher: Kosten schätzen lassen. - Zielgruppe?
- Privat Auto Verkauf: MFK ist oft ein starker Vertrauenshebel.
- Autoankauf durch Händler: meist weniger nötig – wichtig sind Nachweise und ehrliche Zustandsbeschreibung.
- Kosten vs. Mehrerlös
→ Wenn erwartete Zusatzkosten > erwarteter Mehrpreis: nicht neu machen.
3. Rückrufe & offene Aktionen: So prüfst du das – und warum es Käufer beruhigt
Offene Rückrufe sind ein Klassiker bei Preisverhandlungen. Wenn du das vorab klärst, wirkt das extrem seriös – beim privaten Auto verkaufen genauso wie beim Verkauf an einen Autohändler.
So prüfst du Rückrufe schnell
- VIN/FIN (Fahrgestellnummer) bereithalten (steht im Fahrzeugausweis / am Fahrzeug)
- Markenvertretung anrufen: "Gibt es offene Rückrufe oder Serviceaktionen für diese VIN?"
- Bestätigung verlangen: kurze Mail/Vermerk oder Rechnung, dass Aktionen erledigt sind
Warum das so viel bringt
- Käufer sehen: Sicherheit & Pflege ernst genommen
- Weniger Risiko, weniger Nachverhandeln
- Der Ankäufer kann schneller entscheiden, weil Unsicherheiten wegfallen
4. Unfallfreiheit korrekt kommunizieren: Was du sagen darfst/musst – und wie du es belegst
Hier zählt nicht "Marketing", sondern saubere, überprüfbare Aussagen. Übertreibungen rächen sich beim Besichtigungstermin oder später.
Was du sagen darfst
- "Meines Wissens unfallfrei."
- "Keine strukturellen Schäden bekannt."
- "Lackierungen vorhanden (z. B. Stossfänger), sonst keine Unfallschäden bekannt."
Was du nicht behaupten solltest (wenn du es nicht belegen kannst)
- "Garantiert unfallfrei"
- "Nie lackiert" (ohne Belege/Messung/Expertise)
So belegst du es sinnvoll
- Rechnungen von Karosserie-/Lackarbeiten (zeigen Umfang)
- Fotos von früheren Schäden (wenn vorhanden) + Reparaturnachweis
- Prüf-/Expertenbericht (falls gemacht)
- Beim Auto Verkauf Inserat: Reparaturen transparent als "professionell behoben" erwähnen – das wirkt besser als Ausreden
Merksatz: Transparenz verkauft. Eine korrekt erklärte Lackierung ist oft weniger schlimm als ein später entdeckter Widerspruch.
Kurz-Template für dein Inserat (zum Kopieren)
- Service: lückenlos / teilweise, Belege vorhanden (Mappe)
- Letzter Service: Monat/Jahr bei km-Stand, Garage
- MFK: Datum letzte MFK, seither gefahrene km, allfällige Arbeiten
- Rückrufe: geprüft, keine offenen Aktionen / Aktion erledigt (Beleg vorhanden)
- Unfall: meines Wissens unfallfrei / XY repariert (Rechnung vorhanden)
Vertrauenskapital und Mehrwert
Wenn du dein Auto verkaufen willst, sind Wartung & Nachweise dein "Vertrauenskapital". Eine klare Service-Mappe, eine sinnvolle MFK-Entscheidung, geprüfte Rückrufe und eine saubere Unfall-Kommunikation machen den Auto Verkauf schneller – und stärken deine Position beim Auto-Ankauf deutlich.
(Ende)| Aussender: | Autokauf-Blitz |
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