pte20260303019 in Leben

Tumore: Verfahren schützt gesundes Gewebe

Enzymbasierter Ansatz der University of Tokyo an Mäusen erstmals erfolgreich durchgeführt


Labormäuse: Tumore sind bald genauer erkennbar (Bild: ChatGPT/Dall-E)
Labormäuse: Tumore sind bald genauer erkennbar (Bild: ChatGPT/Dall-E)

Tokio (pte019/03.03.2026/10:30)

Forscher der University of Tokyo nutzen eine bioorthogonale Fluoreszenzsonde und ein entsprechendes Reporterenzym zur Markierung von Krebszellen. Damit soll das Aufleuchten gesunder Zellen verhindert werden. Die Marker können selektiv in den Bereichen aktiviert werden, auf die beim Tumor abgezielt wird.

Schwierige Vorgeschichte

Zur Verbesserung von Krebs-OPs sind bereits zahlreiche Verfahren entwickelt worden. Allerdings wurden dabei immer wieder manche Marker durch endogene Enzyme auch bei gesundem Gewebe aktiviert. Diese Hintergrundfluoreszenz macht es schwerer zu entscheiden, welches Gewebe konkret entfernt werden soll.

Das Gegenteil ist ebenfalls möglich. Dabei werden Krebszellen nicht markiert und so bei der OP nicht berücksichtigt. Forschungsleiter Ryosuke Kojima und sein Team haben Mäusen mit Tumoren ein spezielles Enzym verabreicht. Dazu kam ein fluoreszierender Marker, der nur dann aktiv ist, wenn das Enzym da ist.

"Wir haben das Enzym durch wiederholte Mutation und Selektion dahingehend trainiert, dass es den Marker stark genug aktivieren konnte, um im Inneren von lebenden Tieren zu funktionieren", unterstreicht Kojima.

Läsionen nachgewiesen

Im Mausmodell mit Bauchfellkrebs hat das hergestellte Enzym die Tumore sichtbar gemacht. Der Marker folgte und leuchtete wie erwartet auf. Laut Kojima wurden so winzige, millimetergroße Tumorläsionen mit einem extrem niedrigen Hintergrundrauschen sichtbar.

Dieses Ausmaß an Kontrast könnte sich dem Experten nach bei OPs als sehr nützlich erweisen. Die größte Hürde für den klinischen Einsatz dieses Verfahrenes bestehe jedoch darin, dass das hergestellte Enzym bei Patienten keine ungewollte Immunreaktion auslöst.

Das Verfahren, so Kojima weiter, könnte zudem für die Behandlung von anderen Krebsarten adaptiert werden. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind im "Journal of the American Chemical Society" nachzulesen.

(Ende)
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