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pte20210419031 Handel/Dienstleistungen, Kultur/Lifestyle

Non-Fungible Token krempeln Kunstmarkt um

Edward Snowden versteigert Digitalporträt für 5,5 Mio. Dollar für Freedom of the Press Foundation


Snowdens Porträt als NFT: für 5,5 Mio. Dollar versteigert (Bild: freedom.press)
Snowdens Porträt als NFT: für 5,5 Mio. Dollar versteigert (Bild: freedom.press)

Wien (pte031/19.04.2021/13:30) - Whistleblower Edward Snowden soll bei einer Auktion am Wochenende ein digitales Porträt für 5,5 Mio. Dollar verkauft haben. Der Erlös soll seiner Freedom of the Press Foundation zugute kommen. Bezahlt wurde die Summe von 2.224 in der Digitalwährung Ether (ETH), berichtet Snowdens Foundation http://freedom.press .

Non-Fungible Token (NFT)

Die NFT-Produktion basiert auf der Blockchain-Technologie. Nach dem Geschäftsmodell von Bitcon errichtet Ethereum ein dezentrales Netzwerk von Computern (Nodes), die gemeinsam Leistungen erbringen. Zur internen Verrechnung der Leistungen wurde die Währung Ether eingeführt. Ein eigenes Protokoll von Ethereum ermöglicht die Erstellung von NFT, die neben ETH als Währung im Universum von Ethereum anerkannt werden. In diesem "Metaversum" können NFT jede virtuelle Form annehmen, die es in der realen Welt auch gibt: Briefmarken, Songs, Katzen, Grundstücke und eben auch Kunstwerke.

Laut "BTC-Echo" haben "NFT praktisch aus dem Nichts einen millionenschweren Markt geschaffen, der die Art, wie Künstler und Konsumenten interagieren, für immer verändern dürfte". Als Beleg dieser euphorischen These publizierte der Blockchain-Nachrichtendienst die Top-5 der bislang verkauften NFT. An fünfter und zweiter Stelle stehen primitive Pixel-Porträts der CryptoPunks. Auf dem vierten Platz rangiert die erste Twitter-Nachricht von Twitter-Chef Jack Dorsey. Die Bronze- und Gold-Medaille geht an den Pionier der NFT-Kunst, Mike Winkelmann, der unter dem Künstlernamen Beeple aktiv ist. Seine virtuelle Collage "The First 5000 Days" wurde kürzlich bei Christie's für 69 Mio. Dollar versteigert.

Pricing in Dollar, Payment in ETH

Bezahlt wird in ETH, die Angaben in Dollar oder Euro sind lediglich der hypothetische Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion. So kostete ein Pixelbild der CryptoPunks am 11. März dieses Jahres 4.200 ETH, umgerechnet 7.566.173 Dollar und ein zweites zum gleichen ETH-Preis wenige Stunden später bereits 7.584.485 Dollar. Die Anzahl von ETH ist im Unterschied zu Bitcoin nicht limitiert. Aktuell existieren 115,5 Mio. handelbare Coins, die zum letzten Kurs für eine Marktkapitalisierung von 241,3 Mrd. Dollar stehen: http://bit.ly/3v5kIkO

Der Ether-Kurs ist vorige Woche von 1.838 auf seinen bisherigen Höchststand von 2.544 Dollar gesprungen und hat die Handelswoche mit 2.088 Dollar geschlossen. Im Jahresverlauf hat sich der ETH-Kurs verzehnfacht. Zu den Schlagzeilen um das Snowden-Bild und die erste NFT-Auktion bei Sotheby's am 15. April kam die Nachricht, dass die Rothschild Investment Corporation mit 4,75 Mio. Dollar beim Ethereum Trust von Grayscale eingestiegen ist. Neben dem Marketing der Hersteller von NFT spielt auch Grayscale, der führende Vermögensverwalter von Kryptowährungen, eine zentrale Rolle für die Preissprünge bei NFT-Kunstwerken.

Rolle von Christie's und Sotheby's

Zum kometenhaften Aufstieg von NFT als Kunstwerken gehört auch die Autorität der weltgrößten Auktionshäuser. Nach Christie's hat sich nun auch Sotheby's dem Zahlungskreislauf von Ethereum angeschlossen. Diese Schwergewichte des Kunstmarktes (sie erwirtschaften jeweils zehn Prozent des geschätzten Kunstmarkt-Volumens von 50 Mrd. Dollar) sorgen dafür, die Kredibilität der Blockchain-Währung Ether auf die Stufe des Dollars zu heben. Es ist fraglich, ob sich damit die Interaktion zwischen Künstler und Kunde "für immer verändern dürfte". Es ist aber möglich, dass sich Ether aufgrund der einflussreichen Marketmaker neben dem Dollar als zweite Leitwährung im Kunstmarkt etablieren könnte.

Solange die ETH-Kurse im Verhältnis zum Dollar steigen und die Marktteilnehmer an die Einzigartigkeit (non fungibility) der neuartigen digitalen Kunstwerke glauben, solange können NFT als Spekulationsobjekt auf den Finanzmärkten reüssieren. Der Künstler Pak, von dem zwei Werke bei der jüngsten Auktion von Sotheby's versteigert wurden, hat eine subversive Idee entwickelt, die das System infrage stellt. Pak hat unter dem Namen "ASH" eine neue Währung eingeführt, die man nur dadurch erwerben kann, indem man (per definitionem nicht zerstörbare) NFT "verbrennt" (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20210414003 ). Die umgehend lancierte Plattform http://burn.art verzeichnet bislang jedoch noch keine Aktivitäten.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Hubert Thurnhofer
Tel.: +43-1-81140-300
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