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pts20260814006 in Business

NAS-System nach Plattenausfall nicht mehr erreichbar: RecoveryLab rettet 24-TB-Archiv aus Bremen

Daten eines NAS mit 24 TB nach Plattenausfall zu 100 Prozent wiederhergestellt


NAS-System im Datenrettungslabor (Symbolbild: RecoveryLab)
NAS-System im Datenrettungslabor (Symbolbild: RecoveryLab)

Bremen (pts006/14.08.2026/08:20)

Drei Jahre Kundenprojekte, Videoschnitte, Druckvorlagen und Reinzeichnungen auf einem Gerät, das plötzlich nicht mehr antwortet. Für eine Medienagentur in Bremen wurde aus einem routinemäßigen Arbeitstag ein Stillstand, als ihr NAS-System mit 24 TB Kapazität nach einem Festplattenausfall den Zugriff verweigerte.

Wie ein einzelner Plattendefekt ein ganzes NAS lahmlegen kann

NAS-Systeme für den professionellen Einsatz arbeiten intern mit einem RAID-Verbund. Die Daten werden als Stripes mit Paritätsinformationen über alle eingesetzten Festplatten hinweg verteilt. Fällt eine Platte aus, rechnet der RAID-Verbund die fehlenden Blöcke aus der Parität der verbleibenden Laufwerke nach. Das System läuft weiter, allerdings im degradierten Zustand: langsamer, ohne Redundanz und unter erhöhter Last für die verbleibenden Platten. Was viele Anwender nicht wissen: In diesem Zustand reicht ein zweiter Fehler, ob ein weiterer Plattendefekt oder ein Lesefehler auf einem alternden Laufwerk, um den gesamten Verbund unzugänglich zu machen.

In Bremen war der Verlauf ein Lehrstück für dieses Szenario. Das NAS meldete zunächst den Ausfall einer einzelnen Festplatte. Die Agentur bestellte ein Ersatzlaufwerk und startete den Rebuild, also die Rekonstruktion der fehlenden Datenblöcke auf der neuen Platte. Während dieses Prozesses fiel ein zweites Laufwerk mit Lesefehlern auf. Der Rebuild brach ab, das NAS war nicht mehr erreichbar.

Warum Software-Tools bei degradierten NAS-Verbünden scheitern

NAS-Betriebssysteme wie Synology DSM oder QNAP QTS legen über die RAID-Ebene eigene Verwaltungsstrukturen: Volume-Management, Dateisystem (häufig ext4 oder Btrfs) und Metadaten zur Versionierung und Rechteverwaltung. Eine Wiederherstellungssoftware, die direkt an den einzelnen Festplatten ansetzt, sieht weder die RAID-Zuordnung noch die darüberliegende Volume-Struktur. Sie findet bestenfalls Fragmente einzelner Dateien ohne Dateinamen, Ordnerhierarchie oder Zeitstempel. Wenn der RAID-Verbund durch einen abgebrochenen Rebuild in einem inkonsistenten Zustand feststeckt, fehlt der Software zusätzlich die Grundlage, um die Stripe-Reihenfolge und Paritätsverteilung korrekt zu interpretieren.

Schichtweise Rekonstruktion im Labor

Im Labor von RecoveryLab wurde zunächst jede Festplatte des NAS einzeln als bitgenaues Image gesichert. Das Laufwerk mit Lesefehlern erforderte dabei eine angepasste Lesestrategie: Fehlerhafte Sektoren wurden zunächst übersprungen und in einem zweiten Durchlauf mit reduzierten Leseparametern gezielt nachgelesen, um so viele Datenblöcke wie möglich zu sichern. Anschließend rekonstruierte das Team den RAID-Verbund aus den Images: Festplattenreihenfolge, Stripe Size, Paritätsrotation und die Position des Datenbeginns wurden auf Sektorebene ermittelt. Über die wiederhergestellte RAID-Ebene wurde dann das darüberliegende Volume und Dateisystem (ext4) rekonstruiert. Am Ende standen nahezu der gesamte Nutzdatenbestand, Ordnerstruktur und Dateinamen wieder zur Verfügung.

NAS ersetzt kein Backup

NAS-Systeme vermitteln durch ihre Redundanz ein Sicherheitsgefühl, das über ihre tatsächliche Schutzwirkung hinausgeht. Ein RAID-5-Verbund toleriert den Ausfall einer einzelnen Platte, ein RAID 6 den Ausfall von zweien. In beiden Fällen handelt es sich um eine Verfügbarkeitstechnologie, die Ausfallzeiten minimieren soll. Vor versehentlichem Löschen, vor Ransomware, vor Firmware-Fehlern des NAS-Betriebssystems oder vor einem abgebrochenen Rebuild schützt RAID nicht. Die Folgen treffen Unternehmen besonders hart, die ihr NAS als einzigen Speicherort nutzen, weil sie es für ein Backup halten.

RecoveryLab empfiehlt, NAS-Daten zusätzlich auf ein physisch getrenntes Medium zu sichern und Festplatten im Verbund nicht alle aus derselben Charge zu beziehen. Laufwerke gleicher Charge haben oft eine ähnliche Laufleistung und fallen tendenziell in engem zeitlichem Abstand aus. Bei einem degradierten NAS sollte kein Rebuild gestartet werden, bevor der Zustand aller verbleibenden Platten geprüft wurde. Das Gerät gehört vom Netz getrennt, nicht neu gestartet, und im Originalzustand an einen Fachbetrieb übergeben.

Über RecoveryLab Datenrettung
RecoveryLab Datenrettung ist ein auf Datenwiederherstellung spezialisierter Fachbetrieb mit Sitz in Bonn und über 20 Jahren Erfahrung in der Branche. Seit 2004 betreut das Unternehmen Privat- und Geschäftskunden bei der Rettung von Daten nach Hardwaredefekten, Firmwarefehlern, Bedienerfehlern und physischen Beschädigungen. RecoveryLab ist nach ISO 9001 zertifiziert und verfügt über eine TÜV-zertifizierte Kundenzufriedenheit. Datenschutz und technische Integrität stehen im Mittelpunkt jedes Auftrags. Weitere Informationen: www.recoverylab.de

(Ende)
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