pte20220823019 Medizin/Wellness, Auto/Verkehr

Luftverschmutzung erhöht Herzinfarkt-Risiko

Stickoxid und Feinstaub sind laut aktueller B2HIR-Untersuchung hauptverantwortliche Faktoren


Berliner Stadtverkehr: Luftverschmutzung fördert Herzinfarkte (Foto: pixabay.com, Nikolay)
Berliner Stadtverkehr: Luftverschmutzung fördert Herzinfarkte (Foto: pixabay.com, Nikolay)

Berlin (pte019/23.08.2022/10:30)

Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Herzinfarkten, wie eine Studie unter Leitung des Berlin-Brandenburger Herzinfarktregisters (B2HIR) http://herzinfarktregister.de zeigt. Die Erhebung hat die Zusammenhänge von Stickoxid, Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometer und dem Wetter mit dem Auftreten von Herzinfarkten in Berlin untersucht. Stickoxid entsteht durch Verbrennung bei hohen Temperaturen, wie sie vor allem bei Dieselfahrzeugen stattfindet. Verbrennung ist auch ein Ursprung von PM10, gemeinsam mit dem Abrieb von Bremsen und Reifen sowie Staub.

17.873 Daten genau analysiert

Die Studie umfasst 17.873 Patienten, die zwischen 2008 und 2014 einen Herzinfarkt erlitten haben und im Herzinfarktregister verzeichnet sind. Die täglichen Zahlen von akuten Myokardinfarkten wurden aus der B2HIR-Datenbank ermittelt - und zwar gemeinsam mit den Ausgangsdaten der Patienten wie Geschlecht, Alter, Rauchgewohnheiten und Diabetes. Die täglichen Konzentrationen von PM10 und Stickoxid in der Stadt wurden vom Senat von Berlin eingeholt. Infos zur Sonnenscheindauer, Mindest- und Höchsttemperatur sowie Niederschlag stammen von der Wetterstation Berlin-Tempelhof.

Die Daten wurden mit jenen zum Auftreten von Herzinfarkten und Luftverschmutzung zusammengeführt. Die Forscher haben die Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von akuten Myokardinfarkten und die durchschnittliche Schadstoffkonzentration am gleichen Tag, dem vergangenen Tag und einen Durchschnitt der drei vergangenen Tage aller Patienten und entsprechend den Ausgangscharakteristika untersucht. Zusätzlich wurden Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von akuten Myokardinfarkten und den Wetterparametern analysiert.

Zusammenhang eindeutig belegt

In Bezug auf die Luftverschmutzung kommen Herzinfarkte an Tagen mit einer hohen Stickoxid-Konzentration deutlich häufiger vor. Das Auftreten nahm pro zehn Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) Anstieg um ein Prozent zu. Herzinfarkte waren auch bei einer hohen durchschnittlichen PM10-Konzentration im Verlauf von den drei aufeinander folgenden Tagen häufiger. Das Auftreten erhöhte sie pro zehn µg/m3 Anstieg um vier Prozent. Das Auftreten der Herzinfarkte bei Rauchern wurde durch die Stickoxid- und PM10-Konzentrationen nicht beeinflusst.

In Bezug auf das Wetter stehen Herzinfarkte laut den Experten in einem signifikanten Zusammenhang mit den Höchsttemperaturen. Jeder Anstieg der Temperatur um zehn Grad Celsius führt zu einem um sechs Prozent geringeren Auftreten von Herzinfarkten. Zusammenhänge mit der Sonnenscheindauer und dem Niederschlag konnten nicht nachgewiesen werden. Die Forschungsergebnisse wurden auf dem "ESC Congress 2022" http://escardio.org/Congresses-&-Events/ESC-Congress der Öffentlichkeit vorgestellt.

(Ende)
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