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pts20210609011 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Lenkungsabgaben führen in die Sackgasse

Warum das CO2-Problem für teures Geld bewirtschaften, wenn es sich kostengünstig lösen lässt?


Nussbaumen (pts011/09.06.2021/09:30) - In der Klimapolitik streben vor allem die europäischen Staaten einen Totalverzicht auf alle fossilen Brenn- und Treibstoffe an, der nicht nur technisch und organisatorisch an Grenzen stossen, sondern sich auch politisch als Fata Morgana erweisen dürfte, sobald die Kostenwahrheit schonungslos zutage tritt. Ungeachtet dessen werden nebst einem Strauss von Zwangsmassnahmen vor allem Lenkungsabgaben als Allheilmittel gepriesen, welche jedoch das Problem mangels ökonomischer Alternativen lediglich hinauszögern statt es zu lösen.

Diese Politik ist umso irritierender, als sie sich einseitig auf die fossilen Energieträger fokussiert, während eine ebenso wichtige, ebenfalls vom Menschen beeinflusste CO2-Quelle völlig unbeachtet bleibt. Die Rede ist von den Kohlenstoffen, die als Folge der Intensivbewirtschaftung der landwirtschaftlichen Produktionsflächen in der Form von CO2 in die Atmosphäre entweichen und dabei ausserdem die Ertragskraft der Böden schmälern. Eine Entwicklung, die nicht nur aus klimatischen Gründen, sondern auch aus versorgungstechnischer Sicht problematisch ist, zumal eine immer noch wachsende Weltbevölkerung zwingend auf die Erhaltung ihrer terrestrischen Ernährungsgrundlagen angewiesen ist.

Der derzeit einzige gangbare Weg aus der Sackgasse führt über die Möglichkeit, den atmosphärischen CO2-Überschuss zu rezyklieren. Die Aufgabe besteht somit darin, den Kohlenstoff zurückzugewinnen und ihn der Erde zurückzugeben. Es ist deshalb völlig unverständlich, dass die Klimapolitik ein Verfahren und eine Technologie konsequent ignoriert, mit welchen sich beide Probleme zu ökonomisch verkraftbaren und sozialverträglichen Konditionen innerhalb von zwei bis drei Jahrzehnten im Geiste des Pariser Klimaabkommens und mit dem Kollateralziel der Sicherung der menschlichen Ernährungsgrundlagen lösen lassen.

Das Verfahren ist seit Jahrhunderten bekannt und wird vom Köhlergewerbe noch heute zur Produktion von Holzkohle verwendet. Die entsprechende Technologie steht in modernisierter, absolut umweltverträglicher und rationell einsetzbarer Form seit mehreren Jahren zur Verfügung. Und auch die sachdienlichen Informationen über Procedere und Nutzen sind in wissenschaftlich erhärteter Form seit rund 10 Jahren verfügbar. Dies in der Form einer von den Universitäten Edinburgh und Newcastle unter dem Titel "Biochar, reducing and removing CO2 while improving soils: A significant and sustainable response to climate change" herausgegebenen Studie, die seit Jahren in allen mit klima- und umweltspezifischen Fragen befassten Instituten und Ministerien aufliegen dürfte, aber bislang von der Fachwelt noch unbeachtet blieb.

Eine sich wieder vorwiegend der pragmatischen Lösung statt der virtuellen Bewirtschaftung der grossen Probleme unserer Zeit zuwendende Politik hat denn auch nichts Weiteres zu tun, als die Verfahren zur Umwandlung von Biomasse in Biokohle zu begünstigen statt diese weiterhin zugunsten einer nutzlosen Mittelverschleuderung zu blockieren.

Mehr zur Thematik ist den beiden Buchpublikationen "CO2-Entwarnung! Kohlenstoff-Recycling sichert die Zukunft unserer Energieversorgung, unseres Klimas und unserer Ernährung" (ISBN 978-3-7322-9893-8) sowie "Biokohle für Brot und Klima. Wie das Pariser Klimaabkommen zugunsten einer prosperierenden und naturnahen weltweiten Agrarwirtschaft erfüllt werden kann" (ISBN 978-3-7347-7029-6) zu entnehmen. Beide Bände sind erhältlich bei http://www.bod.de/buchshop , bei Amazon oder im etablierten Buchhandel. Aktualisierungen zur Technologie und zu deren Implementierung und Kosten finden sich auf der Webdomain http://www.koberec.org . Diese enthält auch Informationen über die in Gründung begriffene "Genossenschaft zur Förderung des Kohlenstoff-Kreislaufs und des CO2-Recyclings KOBEREC".

(Ende)
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