pte20260130012 in Leben

Kritisches Denken im Bildungssystem fördern

Wissenschaftliche Studie der Flinders University fordert radikale Neuausrichtung der Lehrpläne


Lernmaterialien: Kritisches Denken sollte früh gefördert werden (Foto: pixabay.com, Gabor Adonyi)
Lernmaterialien: Kritisches Denken sollte früh gefördert werden (Foto: pixabay.com, Gabor Adonyi)

Adelaide (pte012/30.01.2026/10:30)

Bildungssysteme müssen sich mehr auf ein unabhängiges, kritisches Denken und ein rationales, evidenzbasiertes Lernen und Lösen von Problemen konzentrieren. Nur so lassen sich Antworten auf die Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft finden. Experten wie Jake Robinson von der Flinders University fordern daher eine radikalen Neuausrichtung der Lehrpläne. Schüler sollten von Anfang an lernen, kritischer zu denken und über den Tellerrand hinaus blicken.

Klares Denken in Gefahr

Das Kultivieren eines tiefen, kritischen und systemischen Denkens angesichts der weltweiten Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Verlust der Biodiversität und der Gesundheitskrisen ist laut den Fachleuten von zentraler Bedeutung. Sie warnen in "Microbial Biotechnology" davor, dass die digitale Technologie, die Künstliche Intelligenz und Falschinformationen Vourteile verstärken. Zudem werde die Fähigkeit, klar zu denken und sinnvolle Entscheidungen zu treffen, beeinträchtigt.

Robinson argumentiert, dass das kritische Denken und vor allem das Kultivieren der Frage "Warum?" sowie das Einfordern von plausiblen Rechtfertigungen für Richtlinien oder Aktionen vor vielen Herausforderungen schütze. Diese Haltung sei ein Schild gegen Vorurteile, Propaganda, Falschinformationen und den anhaltenden Druck aus den sozialen Medien. "Das fördert einen gesunden Geist und die Verwirklichung des Entwicklungspotenzials des Menschen", erklären Robinson und Co.

Mikrobiologie geeignet

Tools wie die "MicroChats" der International Microbiology Literacy Initiative stellen Themen zur Verfügung und laden Kinder ein, sich die Anwendung jedes Elements in anderen Kontexten vorzustellen. Ziel ist es, Prinzipien zu verstärken und das kritische Denken zu fördern. Den Kindern werden dabei Bereiche der Mikrobiologie vorgestellt, die sich auf den Alltag auswirken. Dazu gehört der Verderb von Lebensmitteln, Hygiene, die Übertragung von Krankheiten und die Fermentation.

Robinson fordert die Entwicklung von Anpassungsfähigkeiten, die es Kindern ermöglich zu hinterfragen, kritisch zu analysieren, sich Dinge vorzustellen, zu handeln und mitfühlend zu sein. Grundlegend sei die Vorstellungskraft, die in der Erziehungswissenschaft oft einen zu geringen Stellenwert habe. Das sei vor allem in den Bereichen der Fall, die als "harte" Wissenschaften angesehen werden. Gerade die Mikrobiologie sei für die Förderung der Vorstellungskraft sehr gut geeignet.

(Ende)
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