pte20260112004 in Business

Fertiggerichte: Neuer Ansatz verringert Abfall

Frischeste Produkte sollen laut neuem wissenschaftlichen Verfahren zuerst verkauft werden


Fertiggericht: für Kunden bequem und schnell zubereitet (Foto: pixabay.com, Mariya Muschard)
Fertiggericht: für Kunden bequem und schnell zubereitet (Foto: pixabay.com, Mariya Muschard)

Stanford (pte004/12.01.2026/06:15)

Konsumfertige Lebensmittel verderben schnell und sind für viele Händler ein riskantes Geschäft - das muss laut einem neuen Ansatz von Dan Iancu und Erica Plambeck von der Stanford Graduate School of Business und Jae-Hyuck Park vom New Jersey Institute of Technology jedoch nicht sein.

LIFO-Regel profitabel

Bei konsumfertigen Lebensmitteln gilt die sogenannte LIFO-Regel. Danach sollten die frischesten Produkte zuerst verkauft werden. Bleiben die Produkte zudem länger im Regal, verbessert das den Verkauf und verringert den Abfall, heißt es.

Plambeck räumt ein, dass manche Portionen im hinteren Teil des Regals verderben können. "LIFO verbessert aber die durchschnittliche Qualität der verkauften Lebensmittel. Es führt zu einer verstärkten Nachfrage und paradoxerweise auch dazu, dass weniger Produkte entsorgt werden müssen."

Verzicht auf Zeitstempel

Händler profitieren laut den Experten zudem, wenn sie vorgefertigte Lebensmittel nicht mit einem Zeitstempel versehen. Die Kunden wiederum würden diese Info aber gerne haben.

"Zeigt man ihnen, wann das Produkt hergestellt wurde, dann greift jeder nach den frischesten Waren. Ist die letzte Tranche vor einer Stunde gekommen, rümpfen die Kunden bei einem Huhn, das vor zwei Stunden zubereitet wurde, bereits die Nase." Die Lagerungsfähigkeit nehme ab und der Abfall steige.

Ohne Zeitstempel können Konsumenten Produkte nicht unterscheiden. Also basiert ihre Kaufentscheidung auf der Durchschnittsqualität, die sie im Laufe der Zeit erhalten haben.

Das bedeutet, dass die Produkte länger in den Regalen bleiben können und weniger als Abfall entsorgt werden muss. "Solange die Qualität hoch genug ist, werden konsumfertige Lebensmittel auch gekauft, wenn der Zeitpunkt der Zubereitung nicht bekannt ist", schreiben die Wissenschaftler.

Enorme Kosten vermeiden

Entscheidend ist die Kombination des LIFO-Verfahrens und einem längeren Verbleib in den Regalen, betont Plambeck. Daher seien auch frühere Studien zu einem falschen Schluss gekommen und hätten das FIFO-Prinzip propagiert.

Diese Verfahrensweise geht davon aus, dass, das, was zuerst reingekommen ist, auch zuerst verkauft werden soll. Dementsprechend liegen die älteren Produkte auch vorne im Regal.

Iancu and Plambeck betonen, dass die Kosten von nicht verkauften Lebensmitteln deutlich höher sind, wenn verschwendete Ressourcen und die Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt werden.

Dazu gehörten zum Beispiel die Treibhausgasemissionen der Mülldeponien. Zusätzlich könnten nicht konsumierte Lebensmittel auch an Bedürftige gegeben werden. In Kalifornien müssten Supermärkte jetzt noch essbare Lebensmittel spenden. In Frankreich sei ein entsprechendes Gesetz bereits seit 2016 in Kraft.

(Ende)
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