Opioidsucht: Längere Medikamentengabe ideal
Jahrelange Behandlung verbessert laut neuer wissenschaftlicher Studie die Überlebenschancen
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Opioide: Standardbehandlung bisher nicht ausreichend (Foto: pixabay.com, Rigby40) |
Little Rock (pte003/09.01.2026/06:10)
Je länger Patienten mit Medikamenten gegen ihre Opioidabhängigkeit behandelt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines kurz- und mittelfristigen Überlebens. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Corey J. Hayes von der University of Arkansas for Medical Sciences sowie Rebecca A. Raciborski vom Central Arkansas Veterans Healthcare System. Bei den überprüften Medikamenten handelt es sich um Buprenorphin und Methadon sowie Naltrexon.
Vorteil nimmt jahrelang zu
Die Studie mit mehr als 32.000 US-Veteranen zeigt laut den Experten, dass dieser Vorteil bei anhaltender Behandlung mindestens vier Jahre lang zunimmt. Bei einer Opioidabhängigkeit besteht ein Sterberisiko aufgrund einer versehentlichen Überdosis. Diese Suchterkrankung erhöht zudem das Todesfallrisiko aufgrund von anderen Erkrankungen. Das gilt vor allem für Infektionskrankheiten, so die Forscher.
Patienten, die Buprenorphin und andere Medikamente gegen ihre Opioidgebrauchsstörung (MOUD) erhalten, haben ein geringeres Verlangen nach der Droge, eine verbesserte soziale Funktionsfähigkeit und eine bessere Lebensqualität. Unter dem Strich verringern diese Verbesserungen auch das Sterberisiko, heißt es. Es sei jedoch nicht üblich, dass Patienten vier Jahre lang oder auch nur ein Jahr lang derartige Medikamente erhalten.
Mindestdauer vier Jahre
Die meisten Behandlungsrichtlinien gehen von sechs Monaten als Mindestdauer der medizinischen Versorgung aus. Mehr als 25 Prozent der Behandelten wünschen sich sogar eine kürzere Behandlungsdauer. Die Forscher betonen in der aktuellen jedoch, dass die Behandlung mit MOUD für die größten Vorteile Jahre länger dauern sollte. Erfolgt sie mindestens vier Jahre lang, verbessern sich die Überlebenschancen deutlich, so die Experten.
Patienten mit einem höheren Risiko verfügen bei kürzeren Zeithorizonten zudem über größere Vorteile. Das zeigt auch das folgende Beispiel. Ein 50 Jahre alter Mann ohne andere gesundheitliche Risikofaktoren, der zwei Jahre mit MOUD behandelt worden ist, verfügt über eine um vier Prozent höhere Wahrscheinlichkeit des Überlebens. Eine 30 Jahre alte Frau ohne weitere Risikofaktoren würde diesen Prozentsatz jedoch erst nach fünf Jahren Behandlung erreichen.
Bei Patienten mit dem geringsten Risiko verringern sich die Verbesserungen beim relativen Überleben mit jedem weiteren Jahr der Behandlung. Nach dem vierten Jahr lässt sich kein statistisch nachweisbarer Unterschied mehr feststellen. An der Studie haben 19.666 Nutzer von Buprenorphin, 8.675 mit Methadon behandelte Patienten und 4.007 Personen mit langsam wirkendem Naltrexon teilgenommen. Details sind in "Addiction" veröffentlicht.
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