pte20260205018 in Leben

Abendessen mit Familie halten Drogen fern

Wirksamkeit besteht bei traumatischen Erfahrungen laut Tufts University School of Medicine nicht


Abendessen: Gemeinsame Rituale in der Familie halten Drogen fern (Foto: pixabay.com, elle_kh)
Abendessen: Gemeinsame Rituale in der Familie halten Drogen fern (Foto: pixabay.com, elle_kh)

Boston (pte018/05.02.2026/10:30)

Regelmäßige Abendessen mit der Familie helfen, den Drogenkonsum beim Großteil der Heranwachsenden in den USA zu verhindern. Diese Strategie ist laut Forschern der Tufts University School of Medicine jedoch bei Jugendlichen kaum wirksam, die in der Kindheit schwerwiegende traumatische Erfahrungen gemacht haben. Die Forscher haben die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter 2.090 jungen Menschen zwischen zwölf und 17 Jahren sowie ihrer Eltern ausgewertet.

Abendessen untersucht

Die Teilnehmer sind nach der Beschaffenheit ihrer Familienessen befragt worden. Dazu gehören die Kommunikation, der Spaß, digitale Ablenkungen und die Logistik sowie der Konsum von Alkohol, E-Zigaretten und Cannabis in den vergangenen sechs Monaten. Im nächsten Schritt ist untersucht worden, wie sich diese Muster basierend auf Stressfaktoren im Haushalt und der Belastung mit Gewalt verändern. Dafür sind die Angaben der Jugendlichen und ihrer Eltern herangezogen worden.

Dabei wurde jede negative Erfahrung nicht gleich bewertet. Die Forscher haben basierend darauf, wie sehr die verschiedenen Erlebnisse mit dem Drogenkonsum zusammenhängen, einen Punktewert erstellt. Dieser beruht auf früheren Studien und den aktuellen Forschungsergebnissen. Eine bessere Qualität der gemeinsamen Abendessen steht demnach mit einem zwischen 22 und 34 Prozent geringeren Auftreten eines Drogenkonsums in Zusammenhang. Das gilt für Heranwachsende, die entweder keine oder nur wenige negative Erfahrungen gemacht haben.

Familiäre Beziehungen

Laut der leitenden Wissenschaftlerin Margie Skeer haben die regelmäßigen, gemeinsamen Abendessen viele Vorteile. Es kann dabei um sehr einfache Ereignisse gehen. Der Elternteil und das Kind stehen in der Küche und essen eine Kleinigkeit. So lässt sich eine offene und regelmäßige Kommunikation erzielen sowie eine gewisse Überwachung durch die Eltern. Sie unterstützen beim Großteil der Kinder langfristig positive Ergebnisse, heißt es.

"Es geht dabei nicht um die Lebensmittel, das Timing oder das konkrete Umfeld. Es geht vielmehr um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern und ihre Interaktionen", so die Studienautoren. Zu den traumatischen Erfahrungen in der Kindheit gehören die Scheidung der Eltern, dass bei einem Familienmitglied eine Substanzgebrauchsstörung diagnostiziert wurde, dass eine Person in der Familie unter einer psychischen Erkrankung litt oder, dass Heranwachsende Gewalt erlebt haben.

Missbrauch schädlich

Zudem spielt es eine Rolle, ob die jungen Menschen häufig aufgrund ihres Gewichts verspottet wurden oder dass ein Elternteil jeden Tag nicht verschreibungspflichtige Medikamente einnahm. Schließlich spielen auch die Erfahrungen mit sexueller und psychischer Gewalt bei der Partnersuche eine Rolle, unterstreichen die Wissenschaftler.

Den Experten nach bieten Essen mit der Familie für jene Heranwachsende nur wenig Schutz, deren Score bei negativen Erfahrungen vier oder mehr Ereignisse umfasst. Zu dieser Population gehört in den USA fast einer von fünf Schülern an einer Highschool, die jünger als 18 Jahre sind. Zu dem Ergebnis kommt mit der "Youth Risk Behavior Survey" eine erst kürzlich veröffentlichte Umfrage. Die aktuellen Ergebnisse sind im "Journal of Aggression Maltreatment & Trauma" nachzulesen.

(Ende)
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