AR unterstützt bei der Akzeptanz von Prothesen
Forscher der University of Rhode Island wollen somit Vorurteile auf spielerische Weise abbauen
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Proband beim AR-Training mit virtuellen Bechern im URI-Labor (Fotos: uri.edu) |
Kingston (pte008/03.04.2026/11:30)
Susan D'Andrea und ihr Team vom College of Health Sciences der University of Rhode Island (URI) bekämpfen den Motivationsmangel von Prothesenträgern zum Training mit dem Augmented-Reality-Spiel (AR) "ARm-Strong". Dieses soll die Teilnehmer während des Trainings oder der Rehabilitation bei Laune halten und motivieren.
Tester mit Bypass-Prothesen
"Qualität und Quantität des Prothesen-Trainings haben einen erheblichen Einfluss auf die Akzeptanz einer Prothese. Es gibt jedoch keinen Konsens darüber, wie dieses Training am effektivsten ablaufen sollte", sagt D'Andrea. Die Expertin hat 32 gesunde, körperlich fähige Teilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren für ihre Studie rekrutiert. Sie trugen sogenannte körperbetriebene Bypass-Prothesen und führten funktionelle Aufgabenbewertungen durch.
Eine Bypass-Prothese ist ein Trainingsgerät, das von nicht behinderten Personen verwendet wird, um die Amputation eines Arms zu simulieren und die Funktionsweise körperbetriebener Prothesen zu verstehen. Diese besteht in der Regel aus einem Gurtzeug, einem Seil und einer am Arm des Benutzers befestigten Endvorrichtung, beispielsweise einem Haken. Die Geräte ermöglichen es Forschern, Rehabilitationsmaßnahmen zu testen, ohne echte Prothesenträger rekrutieren zu müssen.
Stapeln holografischer Becher
"Wir haben uns auf Menschen mit Amputationen der oberen Extremitäten konzentriert, die ihre Prothese oft ablehnen. Oft fällt es ihnen leichter, ihren unverletzten Arm zu benutzen, weil sie nicht ausreichend im Umgang mit der Prothese geschult wurden", so die URI-Forscherin. Die Hälfte der Studienteilnehmer wurde nach dem Zufallsprinzip einer AR-Interventionsgruppe und die andere Hälfte einer Kontrollgruppe zugewiesen.
Die Teilnehmer der AR-Gruppe nutzten das Trainings-Spiel, das URI-Studenten der Bewegungswissenschaften und der Biomedizintechnik entwickelt haben. Es fordert die Teilnehmer mit einigen Tagen Abstand dreimal dazu auf, holografische Becher zu stapeln, während sie ein Headset tragen. Die Kontrollgruppe erhielt keinerlei Training.
"Im Durchschnitt waren die Personen in der AR-Gruppe bei der Verwendung der Bypass-Prothese zur Bewältigung funktioneller Aufgaben deutlich effizienter als die Kontrollgruppe. Personen, die am AR-Training teilnahmen, hatten zudem ein positives Gefühl der Beteiligung, Vertiefung und Eintauchens in die Anwendung", unterstreicht D'Andrea. Sie hofft, dass AR verstärkt als Trainings- oder Rehabilitationsinstrument breite Anwendung findet.
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