pte20260403012 in Forschung

Menschen sprechen im Jahr 338 Worte weniger

Wissenschaftler sehen Zunahme der verschriftlichen Kommunikation über Smartphones und Co


Schreiben statt sprechen: Immer mehr Gespräche im Alltag gehen verloren (Bild: ChatGPT/Dall-E)
Schreiben statt sprechen: Immer mehr Gespräche im Alltag gehen verloren (Bild: ChatGPT/Dall-E)

Tucson/Kansas City (pte012/03.04.2026/13:59)

Laut einer Untersuchung der University of Arizona sprechen Menschen im Alltag immer weniger miteinander und verlieren jedes Jahr 338 gesprochene Wörter. Das passiere seit mindestens anderthalb Jahrzehnten. Hauptgrund dafür sei die Zunahme der verschriftlichen Kommunikation über Smartphones und Co.

2.200 Studienteilnehmer

"Wir hatten 22 Studien aus den Jahren 2005 bis 2019 mit insgesamt etwa 2.200 Teilnehmern. Als wir die täglich gesprochenen Wörter gegen das jeweilige Erhebungsjahr auftrugen, zeigte sich ein konsistenter linearer Rückgang", so Matthias Mehl, Forscher der University of Arizona.

Dem Wissenschaftler zufolge sank die geschätzte Anzahl der gesprochenen Wörter jedes Jahr um 338. "So kommt man von rund 16.000 im Jahr 2005 auf etwa 12.700 im Jahr 2019. 338 Wörter weniger pro Tag summieren sich auf mehr als 120.000 weniger Wörter pro Jahr."

Ältere reden noch mehr

Als die Experten die Stichprobe nach Alter aufteilten, unter 25 versus 25 und älter, zeigte sich bei jüngeren Erwachsenen ein stärkerer Rückgang von etwa 452 Wörtern pro Jahr, verglichen mit 314 bei älteren Erwachsenen. Doch auch ältere Erwachsene sprechen weniger, heißt es.

"Wir haben viele kleine, beiläufige Gespräche verloren: einen Kassierer um Hilfe bitten, nach dem Weg fragen, mit einem Nachbarn plaudern", ergänzt Erstautorin Valeria Pfeifer von der University of Missouri - Kansas City. Präsenz, Tonfall und Spontanität gingen verloren.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-313
E-Mail: fuegemann@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|