Deutsche Neubauwohnungen werden kleiner
Laut DIW erstmals Schrumpfkurs seit 2005 - Bis 2050 werden es sechs Quadratmeter weniger
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Wohnhaus: Nutzfläche sinkt in Deutschland erstmals seit 2005 (Foto: Pexels, pixabay.com) |
Berlin (pte018/07.01.2026/12:30)
Laut einer neuen Auswertung des Deutschen Institus für Wirtschaftsforschung (DIW) werden Neubauwohnungen in Deutschland seit 2005 erstmals wieder kleiner. Die Experten sprechen bereits von einer "historischen Trendwende". Bis 2050 sollen die Wohnungen im Schnitt sechs Quadratmeter kleiner ausfallen als heute.
"Struktureller Wandel"
"Über Jahrzehnte haben steigende Einkommen und der Wunsch nach mehr Komfort dazu geführt, dass unsere Wohnungen immer größer wurden. Doch die Wachstumsphase scheint vorbei. Der Rückgang der Neubaugrößen signalisiert einen strukturellen Wandel auf dem gesamten Wohnungsmarkt", konstatiert DIW-Immobilienexperte Konstantin A. Kholodilin.
Die Zahlen stützen den Befund des Experten. Seit 1965 wuchs sie von 69 auf 94 Quadratmeter - und damit um mehr als ein Drittel. Parallel dazu hat sich die Wohnfläche in Deutschland pro Person von knapp 20 auf gut 49 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Die Entwicklung ähnelt der in Belgien, Japan oder Norwegen. Hier wurden Neubauwohnungen bereits um die Jahrtausendwende kleiner, in Frankreich, Polen und Russland wenige Jahre später.
Mehr kleine Haushalte
Verantwortlich für diesen Rückgang sind laut Studie zwei Faktoren: kleinere Haushalte und steigende Immobilienpreise. Die demografische Entwicklung sei der Haupttreiber: Der Anteil der Einpersonenhaushalte in Deutschland habe sich seit den 1960er-Jahren auf 41 Prozent verdoppelt - in Großstädten wie Berlin oder München liege er sogar bei rund 50 Prozent.
Den Experten zufolge verschärft auch der starke Anstieg der Immobilienpreise seit 2010 die Entwicklung. "Viele können sich größere Wohnungen nicht mehr leisten, und für Bauträger wiederum sind kleine Wohnungen wirtschaftlich attraktiver", unterstreichen die Fachleute.
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