pte20260108004 in Business

KI-Chat ist bei der Geldanlage weniger gefragt

Menschen vertrauen laut neuer wissenschaftlicher Untersuchung eher auf den Rat von Menschen


Gespräch über Finanzen: Partner sind die besten Berater (Foto: StartupStockPhotos, pixabay.com)
Gespräch über Finanzen: Partner sind die besten Berater (Foto: StartupStockPhotos, pixabay.com)

Frankfurt an der Oder/Long Beach (pte004/08.01.2026/06:15)

Künstliche Intelligenz (KI) hilft nicht nur bei komplexen Herausforderungen wie der Diagnose von Krankheiten und der Vorhersage des Wetters oder der Arbeitslosigkeit, sondern auch bei alltäglicheren Angelegenheiten wie der Korrektur von Grammatikfehlern und der Planung von Mahlzeiten. Bei finanziellen Entscheidungen hingegen vertrauen Menschen laut einer Studie der Europa-Universität Viadrina und der California State University eher ihnen nahestehenden Menschen. Details sind in "Computers in Human Behavior" nachzulesen.

Robo-Advisor hat es schwer

Viadrina-Experte Erik Hermann und sein kalifornischer Kollege Max Alberhasky wollten verstehen, warum Menschen oft zögern, Robo-Advisor für die Geldverwaltung zu nutzen, obwohl immer mehr Verbraucher KI für Finanzberatung in Anspruch nehmen. Robo-Advisor ist ein auf Algorithmen basiertes System, das automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage gibt.

Um herauszufinden, ob KI oder menschliche Partner als vertrauenswürdigere Berater angesehen werden, haben die Wissenschaftler vier Experimente mit über 1.400 Menschen in den USA durchgeführt, die in einer Beziehung lebten. Sie wurden gebeten, zwischen einem sicheren Fonds mit geringeren Renditen und einem riskanten Fonds mit höheren Erträgen zu wählen.

Nachdem sie ihre Anlage-Entscheidung getroffen hatten, wurde ihnen von verschiedenen Quellen geraten, zu wechseln - ihrem menschlichen Partner, einem Robo-Advisor, einem menschenähnlichen KI-Programm namens "Alex" und ihrem menschlichen Partner, der seinen Rat mit KI untermauerte.

"Menschliche" KI wirkt besser

Im Allgemeinen sind die Teilnehmer eher bereit gewesen, finanziellen Rat von ihren Partnern anzunehmen als von einem Computer, was die Forscher auf zwei Gründe zurückführen. Der erste ist die "Algorithmus-Aversion", also die Zurückhaltung, KI bei wichtigen Entscheidungen zu vertrauen. Der zweite ist das "affektive Vertrauen" zwischen Partnern, was nicht auf deren finanziellen Fachkenntnissen beruht, sondern auf dem Gefühl, dass sie sich wirklich um das Wohlergehen kümmern.

Die Vermenschlichung der KI durch die Vergabe eines Namens verkleinerte die Vertrauenslücke. Auch Partner, die sich von KI beraten ließen, wurden als vertrauenswürdiger als pure KI angesehen, auch wenn der Abstand zu Menschen blieb, die Ratschläge nur aus sich selbst heraus erteilten. "Verbraucher vertrauen ihren menschlichen Partnern immer noch mehr als der Präzision einer Maschine. Ein gewisses Maß an Vertrauen scheint jedoch durch Anpassung der KI machbar zu sein", heißt es.

Finanzunternehmen, die immer ausgefeiltere Algorithmen und Robo-Advisor einführen, täten laut den Wissenschaftlern demzufolge gut daran, die Technologie mit Funktionen zu vermenschlichen, so das Team. Sie sollten sich ferner darauf konzentrieren, KI eher wie einen hilfreichen Partner und weniger wie eine Maschine wirken zu lassen.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|