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Hepatitis C: Entdeckung oft Zufallsdiagnose

Experten vermissen nationalen Hepatitis-Plan für Risikogruppen


Wien (pte014/25.07.2012/13:55) - Hepatitis geht oft noch immer eine Zufallsdiagnose voraus. Das berichten Fachärzte des AKH Wien, die am heutigen Mittwoch über die Symptome und Heilungschancen von Hepatitis C informierten. Anlass gibt der bevorstehende Welt-Hepatitis-Tag unter der Schirmherrschaft der World Hepatitis Alliance http://worldhepatitisalliance.org und der European Liver Patients Association (ELPA) http://elpa-info.org .

Wenn auch die Heilungschancen immer besser werden, so fehle hierzulande ein nationaler Hepatitis-Plan wie etwa in Frankreich oder Bulgarien, bemängeln die Experten. "Besonders heimtückisch ist, dass erst die Diagnose das Lebensgefühl von Erkrankten mindert", sagt Gabriele Moser von der Universitätsklinik für Innere Medizin III.

Nach Infektion 20 Jahre versteckt

Laut Weltgesundheitsorganisation http://bit.ly/nWsWQC erkranken jährlich bis zu vier Mio. Menschen an Hepatitis C. In Österreich ist laut dem Gastroenterologen Peter Ferenci die Anzahl nicht wirklich bekannt. Als Risikogruppen gelten allerdings Leute mit Bluttransfusionen vor 1992, Drogensüchtige und "als große Gruppe Migranten wie Häftlinge". Bei der HCV-Übertragung werde ebenfalls "sehr viel Unsinn" gesprochen. "Hepatitis C ist sexuell nicht übertragbar, Hepatitis B schon", differenziert der Universitätsprofessor.

Nach einer Hepatitisinfektion merkt laut Experten der Patient "20 Jahre lang oft nichts", die Krankheit baue sich aber auf und ende mit Leberzirrhose oder Leberkrebs. Zu den negativen prognostischen Faktoren zählt Ferenci ein sehr heterogenes Kollektiv an Alter und Geschlecht bis hin zu Übergewicht und Diabetes. "Am wichtigsten ist das Mitmachen des Patienten bei der Therapie, was sich aber wegen den Nebenwirkungen nicht immer leicht gestaltet."

18 Tabletten täglich

Bei den Ausheilungsraten unterstreicht der Internist Harald Hofer die Abhängigkeit vom Genotyp. "Diese ist leider beim häufigsten HCV-Genotyp 1 am geringsten." Beim HCV-Genotyp 2 und 3 stehen die Heilungschancen mit einer Therapiedauer von zwölf bis 24 Wochen bei fast 90 Prozent. "Die besten Chancen auf Ausheilung bringt eine Kombinationsbehandlung mit Proteaseinhibitoren - selbst nach einer Ersttherapie", sagt der Mediziner. Eine neue Nebenwirkung von allerdings bis zu 18 Tabletten täglich seinen neuerdings Hauterkrankungen, die "sehr rasch und sehr heftig" auftreten könnten.

Bezogen auf die Lebensqualität von Hepatitis-Erkrankten unterstreicht Gabriele Moser, Ärztin und Psychotherapeutin, den Einfluss der Psyche. "Körperliche Faktoren sind eigentlich nachrangig und die Lebensqualität bis zur Diagnose ungebrochen." Angelika Widhalm, Vorsitzende der Hepatitis Hilfe Österreich http://gesundeleber.at , fordert daher mehr Information über Hepatitis, besseres medizisches Personal und mehr Verständnis für die Erkrankung "am Arbeitsplatz".

Europäischer Hepatitis-Index in Arbeit

Ziel des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli ist, die Bevölkerung für die Gefahren der viralen Hepatitis zu sensibilisieren. Unterstützt wird die Initiative auch vom Health Consumer Powerhouse http://healthpowerhouse.com , das im Auftrag von ELPA einen Europäischen Hepatitis-Index entwickeln soll, der die Maßnahmen gegen Hepatitis B und C in den EU-Mitgliedsstaaten wie auch Norwegen, Kroatien und der Schweiz bewertet und vergleicht. Die Arbeit am Index startet voraussichtlich im Oktober 2012 in Brüssel.

Fotos zur Veranstaltung unter http://fotodienst.pressetext.com/album/3047

(Ende)
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