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pte20120127015 Forschung/Entwicklung, Produkte/Innovationen

Neuer Einsatzzweck für Graphen entdeckt

"Supermaterial" eignet sich zur Destillierung von Alkoholika


Wodka: Graphen kann als Destillations-Hilfsmittel dienen (Foto: Nemiroff)
Wodka: Graphen kann als Destillations-Hilfsmittel dienen (Foto: Nemiroff)

Manchester (pte015/27.01.2012/13:30) - Einer der renommiertesten Graphen Forscher, Andrew Geim von der University of Manchester http://manchester.ac.uk , hat eine neue Eigenschaft des auf Kohlenstoff basierenden "Supermaterials" entdeckt. Wie der Nobelpreisträger herausgefunden hat, lässt sich das mit nur einer Atomschicht dünnste Material der Welt gut einsetzen, um alkoholische Getränke zu destillieren.

Filterschicht lässt Wasser durch

Geim stellte fest, dass eine Membran aus Graphenoxid über interessante Durchlässigkeitsmerkmale verfügt. Während die Schicht mit einer Dicke von nicht einmal dem Hundertstel eines menschlichen Haars andere Gase und Flüssigkeiten am Entweichen hindert, können gasförmige Wassermoleküle passieren.

Diese Erkenntnis nutzte der Wissenschaftler, um in seinem Hauslabor eine kleine Destilieranlage zu errichten. Dort wiederholte er das Experiment, das er zuvor nur mit Wasser durchgeführt hatte, mit Wodka, wie TechEye berichtet. Der Versuch, den er bloß "aus Spaß" gestartet hatte, führte zu der Erkenntnis, dass das russische Alkoholikum mit Voranschreiten der Zeit zunehmend hochprozentiger wurde.

Über weiterführende Forschungen ließen sich auf diesem Wege neuartige Verfahren für Destillerien und andere Erzeuger alkoholischer Genussmittel erarbeiten. Derzeit ist jedoch noch viel Aufwand nötig, um Graphen in seiner vielseitigsten Form, nämlich in Einzelschichten, zu erhalten.

Chipherstellung: Silizium vor Ablöse

In den vergangenen Monaten wurden bereits viele andere Vorteile des Mitte des Jahrhunderts entdeckten Materials entdeckt. So gilt es etwa als der stärkste und flexibelste Leiter für Elektrizität und Wärme.

Das Material dürfte in Zukunft eine große Rolle in der Elektronikbranche spielen, wo es Silizium als Baumaterial für Mikrochips ablösen könnte. Auf Basis von Graphen könnte der Bau von Prozessoren mit Taktraten von mehreren hundert Gigahertz möglich werden. Ein Transistor-Prototyp von IBM ermöglichte Anfang 2010 eine Rate von 100 Gigahertz.

(Ende)
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