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pte20110928001 Technologie/Digitalisierung, Medien/Kommunikation

GeoCities werden zur digitalen Ausgrabungsstätte

Projekt-Künstler Deleted City: "Social Networks limitieren Individualität"


Deleted City: Reise durch die GeoCities-Nachbarschaften (Foto: deletedcity.net)
Deleted City: Reise durch die GeoCities-Nachbarschaften (Foto: deletedcity.net)

Arnheim (pte001/28.09.2011/06:00) - 2009 schloss Yahoo den GeoCities-Hostingdienst und damit auch ein Kapitel der Geschichte des Internets. Zehn Jahre zuvor, inmitten der Dotcom-Blase, hatte der Internetriese den Anbieter für rund 3,6 Mrd. Dollar in Aktien übernommen. Kurz vor dem Ende rettete das Internet Archive http://archive.org rund 650 Gigabyte an Daten von der einst populären Plattform. Der niederländische Informationsdesigner Richard Vijgen http://richardvijgen.nl macht diese nun in seinem Projekt "Deleted City" http://deletedcity.net visuell erkundbar und spricht im pressetext-Interview über seine Erfahrungen mit GeoCities und das Internet von damals und heute.

Webhost als digitale Stadt

1994 startete der von David Bohnett und John Rezner gegründete Webhost unter dem Namen Beverly Hills Internet. Dieser baute auch ein Seitenverzeichnis auf, in dem Homepages in virtuelle Städten eingeordnet wurden und eigenen Adressen bekamen. Später folgte die Möglichkeit, sich selbst einen kostenlosen Webauftritt auf GeoCities einzurichten und seine Seite in eine der digitalen "Neighbourhoods" anzusiedeln. Diese standen, wenn auch nicht bindend, für die grobe Kategorisierung der Seiten. So war etwa die Nachbarschaft "Vienna" für Seiten vorgesehen, die sich mit klassischer Musik, Ballet und Opern befassten.

Vijgen erinnert sich noch gut an GeoCities als seine erste Erfahrung mit dem Internet. "Ich mochte diese Metapher einer Stadt und die Möglichkeit, etwas zum globalen Wissen beitragen zu können", erzählt er gegenüber pressetext. "Es war ein wirklich positiver Gedanke dahinter."

Paradigmenwechsel

Deleted City macht die vom Internet Archive gesammelten Daten nun erfahrbar. Ein Video zeigt, wie die einzelnen Seiten in ihre Nachbarschaften im Stadtplanformat angeordnet sind. Der User zoomt und scrollt sich durch die Häuserblöcke, akustische Untermalung liefern MIDI-Dateien, die in nahe gelegenen Seiten eingebettet sind, so die Beschreibung.

"Ich denke, GeoCities repräsentiert eine andere Idee als das Web 2.0 heute", meint der Designer. "Es war ein sehr selbstorganisiertes, ein wenig anarchistisches System, das eine Basis für den Bau der eigenen Homepage geboten hat. Das Internet von heute ist regulierter, kontrollierter und zentralisierter", so sein Attest. "Es war auch ein Pionierprojekt und die erste Bekanntschaft mit dem Netz für viele neue Nutzer. Gleichzeitig war es auch ein Experiment, das zeigte, was passiert, wenn man das Internet für alle öffnet."

Facebook und Konsorten hingegen limitieren trotz zahlreicher Features die Individualität, findet Vijgens. "Es gibt einen Knopf, mit dem man bekanntgeben kann, ob man Single ist oder nicht. Diese Plattformen sind viel mehr an die allgemeinen Konsumentenbedürfnisse angepasst, die Bandbreite für den eigenen Ausdruck ist kleiner geworden", sagt der Künstler.

Web-Version möglich

Diese Unterschiede zwischen dem Web heute und damals möchte er mit Deleted City herausheben. Gleichzeitig stellt die Verarbeitung einer derart großen Datenmenge für ihn auch eine technische Herausforderung dar. Aufgrund des erforderlichen Aufwands hatte er ursprünglich nur geplant, das Projekt in Form einer Installation in einer Ausstellung zugänglich zu machen. "Seit dem das Interesse daran stark zunimmt, denke ich darüber nach, eine Onlineversion zu entwickeln", verrät Vijgen abschließend.

(Ende)
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