Baukastenfabrik für Mikroprodukte
Fraunhofer-Institut zeigt Minifabrik auf Hannover Messe
Stuttgart (pte017/09.04.2001/11:15) Das Missverhältnis ist groß: egal ob optoelekronische Bauteile, Biochips oder Schaltkreise für Automobile, Handys oder Steueranlagen - die serielle Fertigung stellt vor allem mittelständische Unternehmen der Technologiebranche vor gewaltige Probleme. Die Produktionsanlagen haben ihre Vorbilder noch immer in der Old Economy und sind für die variantenreiche Kleinserienproduktion nicht flexibel genug.
Doch das kann anders werden: eine Arbeitsgruppe um Projektleiter Tobias Gaugel hat am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart http://www.fraunhofer.de/german/press/pi/index.html innerhalb von zwei Jahren eine Minifabrik aus dem Baukasten entworfen. Gegenüber pressetext.deutschland sagte Gaugel, die Anlage bestehe aus einzelnen Robotereinheiten, die auf einer Aluminiumplatte angeordnet werden und über eine gemeinsame Steuereinheit koordiniert werden.
Die Miniroboter sind mit marktüblichen Ventilen, Motoren und Druckluftaggregaten ausgestattet und sollen sich beim zentralen Rechensystem eigenständig anmelden und konfigurieren können. Die Angaben zur Produktfertigung müssen über die Steuereinheit eingegeben werden. "Auf diese Weise kann man Minidosierungssysteme erstellen, wo kleine Flüssigkeitsschichten aufgetragen werden, was für Biochips und Halbleiter interessant ist." Generell können aber nicht nur "Dosieraufgaben" gelöst werden, sondern eine Vielzahl von Anwendungen in unterschiedlichsten Branchen, so Gaugel. Wenn eine Produktionslinie eingestellt wird, können die Mini-Roboter für eine neue ausgerichtet werden und andere Aufgaben übernehmen.
Ein erstes Referenzobjekt war eine Anlage zum Bedrucken von Biochips. Auf der Hannover Messe (23. bis 28. April) sollen nun in einer zweiten Versuchsanlage optische Sensoren der Firma Leuze electronic GmbH http://www.leuze.de aus der baden-württembergischen Gemeinde Owen unter Teck montiert werden, die bisher nur manuell gefertigt wurden. Frei bewegliche Läufer in Form luftgelagerter Linearantriebe transportieren darauf Gehäuseteile, Linsen und Polfilter zu einer Station. "Wir wollen auf der Messe herausbekommen, wie Mittelständler auf diese Möglichkeiten reagieren, um das Prototypenstadium der Minifabrik abzuschließen."
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