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pte20101001018 Kultur/Lifestyle, Umwelt/Energie

Rindfleisch ist der Kaviar der Zukunft

FAO kündigt Konsequenzen der hohen Produktionskosten an


Roastbeef: Rindfleisch ist schon heute vielerorts ein Luxus (Foto: pixelio.de/Rotus)
Roastbeef: Rindfleisch ist schon heute vielerorts ein Luxus (Foto: pixelio.de/Rotus)

Buenos Aires/Rom (pte018/01.10.2010/13:40) - Rindfleisch wird in Zukunft so teuer sein, dass es zum exquisitem Luxusgut für Wohlhabende wird. Das prognostiziert die UN-Welternährungsorganisation FAO http://www.fao.org beim 18. internationalen Fleischkongress in Buenos Aires. "Die Erzeugung von Rindfleisch ist drei- bis fünfmal teurer als jene von Hühner- oder Schweinefleisch und kann nicht mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und deren steigenden Rindfleischhunger mithalten. 2050 wird Rindfleisch das sein, was heute Kaviar ist oder Lachs vor 50 Jahren war", so FAO-Sprecher Henning Steinfeld.

Zu viel Wasser und Treibhausgas

Steinfeld verweist dabei in erster Linie auf die hohen Kosten für die Umwelt, die sich künftig für die Fleischerzeuger bei gleichen Preisen nicht mehr bezahlt machen. Ein Kilo Rindfleisch braucht in der Erzeugung 16.000 Liter Wasser, Schweinefleisch dagegen nur 5.000 Liter und Hühnerfleisch knapp 4.000 Liter. "Bisher ist Wasser im Freien umsonst und im auch Stallbetrieb günstig. Besonders im Süden wird es aber durch den Klimawandel immer knapper und teurer", betont Josef Schmidhuber, International Policy Analyst bei der FAO, gegenüber pressetext.

Doch auch abseits des Wassers sind steigende Produktionskosten absehbar. "Falls die Welt den Klimaschutz ernstnimmt, wird auch die Rinds- und Schafzucht sowie die Milchproduktion die Preise für die entstehenden Ausstöße an Methan, N2O, CO2 und ähnliche Treibhausgase bezahlen müssen. Bei all diesen Kosten wird man den Konsumenten beteiligen müssen." In welcher Form ist noch ungewiss, denn Ideen wie etwa eine Rindfleischsteuer sind bislang noch heftig umstritten.

Vielerorts schon heute zu teuer

"In vielen Ländern ist Rindfleisch ohnehin schon Luxus", so Schmidhuber. Die Bewohner reicher Ländern könnten sich 20 Kilo pro Jahr mühelos leisten, was in armen Ländern - von Hirtengesellschaften abgesehen - nicht der Fall sei. Europa wird in den Augen des Experten auch in Zukunft zu reich sein, um aus Kostengründen ganz auf Rindfleisch verzichten zu müssen und langfristig weniger als zehn Kilo zu konsumieren. "Hier werden eher andere Gründe zum Fleischverzicht führen, etwa die gesundheitlichen Bedenken oder die hohen Getreidepreise durch die Verfütterung an die Tiere." Global werde der Rindfleischkonsum weiter zunehmen, doch deutlich weniger stark als bisher.

Für die Fleischproduktion ist laut FAO-Meinung technischer Fortschritt Gebot der Stunde. "Es geht darum, mit weniger Getreide und sonstigem Input auszukommen", so Schmidhuber. In Europa habe die Futterverwertung in den vergangenen Jahren bereits enorme Fortschritte gemacht, die in vielen Teilen der Welt noch ausstehen. Auch genetische Maßnahmen hält der Experte für möglich, obgleich man hier in Europa bald an Akzeptanzgrenzen stoße. "Wichtig ist auch die Steigerung der Tierhygiene. Bisher gibt es viele Tierkrankheiten, die einen massiven Antibiotika-Einsatz und bis zu fünfprozentige Verluste mit sich ziehen. Steigt die Tiergesundheit, sinken die Kosten durch derartige Ausfälle."

Jahreskonsum: Zwölf Kilo

Durchschnittlich isst jeder Erdenbürger derzeit zehn Kilogramm Rindfleisch pro Jahr, wobei Industrieländer über 20 Kilo und Entwicklungsländer sechs Kilo verzehren, nur letztere mit steigender Tendenz. Während das Konferenz-Gastgeberland Argentinien mit 56 Kilogramm eindeutiger Rekordhalter ist, beschränkt sich der deutsche Verzehr seit 2002 durchgehend auf zwölf Kilo Rind- und Kalbsfleisch pro Jahr und Person. Der deutsche Schweinefleischkonsum liegt im Vergleich dazu bei 54 Kilo, der Verbrauch an Schaf- und Ziegenfleisch bei einem Kilo, ist Daten des Verbands der Fleischwirtschaft http://www.v-d-f.de zu entnehmen.

Link zum World Meat Kongress: http://www.worldmeatcongress2010.com

(Ende)
Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
Tel.: +43-1-81140-316
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