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pte20190919016 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Schlaganfall: Entspannung schlägt Laufband

Mittel bis schwer betroffene Patienten sollten sich in subakuter Phase danach nicht überanstrengen


Auf dem Laufband: Intensität relevant (Foto: Mareike Schrader/uni-greifswald.de)
Auf dem Laufband: Intensität relevant (Foto: Mareike Schrader/uni-greifswald.de)

Greifswald (pte016/19.09.2019/10:30) - Gezielte Entspannungstherapie statt Laufbandtraining nach einem Schlaganfall verbessert die Chancen einer Genesung. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie "PHYS-STROKE" unter Leitung der Neurologischen Klinik an der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) http://www.medizin.uni-greifswald.de/neurolog . Das Ergebnis steht dem von amerikanischen Fachgesellschaften empfohlenem Ausdauertraining gegenüber.

"Weniger vielleicht mehr"

Laut den Wissenschaftlern deuten die neuen Daten darauf hin, dass vor allem in der Frühphase nach einem Schlaganfall "weniger vielleicht mehr" ist. "Generell lassen sich die Studien wegen der Unterschiede im Hinblick auf Art, Intensität und Zeitpunkt des Trainingsbeginns schwer vergleichen. Insbesondere für Patienten in der Frühphase nach einem Schlaganfall bestehen nach wie vor Unsicherheiten, welches Training optimal ist", erklärt Agnes Flöel von der UMG die Ausgangslage.

Das Studienresultat: Das frühe vierwöchige Laufband-Training war hinsichtlich des maximalen Gehtempos und der Alltags-Fitness nach drei Monaten dem Entspannungstraining nicht überlegen. "Die vorliegenden Daten sprechen also dafür, bei mittel bis schwer betroffenen Patienten in der subakuten Phase nach einem Schlaganfall aerobes Training nicht zu forcieren. Möglicherweise könnten aber leichter betroffene Patienten schon früher profitieren", so der an der Planung der Studie beteiligte Martin Ebinger von der Medical Park Berlin Humboldtmühle http://bit.ly/2c28WBi . Weitere Erhebungen seien jedoch für konkrete Empfehlungen nötig.

200 Patienten begleitet

Im Rahmen der im "British Medical Journal" publizierten Studie wurden von 2013 bis 2017 in sieben stationären Rehabilitationskliniken die Effekte eines aeroben Laufbandtrainings mit Beginn in der Frühphase nach einem Schlaganfall untersucht. An der Studie nahmen 200 erwachsene Schlaganfallpatienten mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren teil. Die Studiengruppe mit 105 Probanden absolvierte zusätzlich zu den Standard-Reha-Maßnahmen ein aerobes Laufband-Training, die Kontrollgruppe mit 95 Probanden nahm neben den Standard-Reha-Maßnahmen an Entspannungseinheiten teil. Jede Gruppe absolvierte das jeweilige Training fünfmal wöchentlich, jeweils 25 Minuten, über insgesamt vier Wochen.

(Ende)
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