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pte20210503029 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Regenmangel reduziert Pflanzenvielfalt stark

Vor allem Trockengebiete reagieren besonders empfindlich auf veränderte Niederschlagsmengen


Untersuchungsfläche an der Havel: immer weniger Regen (Foto: Kristin Ludewig)
Untersuchungsfläche an der Havel: immer weniger Regen (Foto: Kristin Ludewig)

Leipzig/Halle (pte029/03.05.2021/11:30) - Der Wassermangel verschärft sich durch den Klimawandel weiter und führt zu einem deutlichen Rückgang der Pflanzenvielfalt. Insbesondere sensible Trockengebiete reagieren besonders empfindlich auf veränderte Niederschlagsmengen. Zu dem Schluss kommen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) http://www.ufz.de und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg http://uni-halle.de . Details wurden in "Nature Communications" publiziert.

23 Studien analysiert

Die Wissenschaftler haben 23 verwertbare Veröffentlichungen gefunden, die die Ergebnisse von 72 Freilandexperimenten präsentieren. Mit diesen Daten berechneten sie verschiedene statistische Größen, die Auskunft über die biologische Vielfalt an den einzelnen Standorten gaben und brachten sie mit den steigenden oder sinkenden Regenmengen in Zusammenhang.

Mit Blick auf eine einzelne, kleine Versuchsfläche hat die Manipulation der Regenmengen größere Effekte, als wenn alle untersuchten Plots gemeinsam betrachtet werden, heißt es. Dieser Trend komme möglicherweise dadurch zustande, dass der kleine Maßstab bestimmte Effekte besser abbildet. Die Reduktion der Regenmenge in einem bisher schon trockenen Lebensraum verringere das Pflanzenwachstum generell.

Mehr Trockengebiete

Doch selbst wenn eine Art auf einer kleinen Fläche nicht mehr vorkommt, findet sie sich womöglich noch auf einer anderen in der gleichen Region. Lokal betrachtet, hat die zunehmende Trockenheit daher einen größeren Effekt, als wenn man einen größeren Maßstab wählt, stellen die Experten fest. "Um aus den Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen, muss man also sowohl die lokalen Klimabedingungen berücksichtigen als auch die räumliche Skala der Experimente", so Tiffany Knight, Letztautorin der Studie und Ökologin am UFZ.

Trockene Ökosysteme nehmen heute etwa 40 Prozent der Landoberfläche der Erde ein. Was diese Gebiete vor dem Hintergrund des Klimawandels in Zukunft erwartet, ist nicht leicht zu prognostizieren. Während Klimamodelle für einige trockene Regionen durchaus mit steigenden Niederschlagsmengen rechnen, dürfte sich der Wassermangel jedoch in den meisten Trockenregionen weiter verschärfen. Wo es feuchter wird, sollte der Studie zufolge auch die Pflanzenvielfalt zunehmen. Denn möglicherweise haben die Samen der dort vorkommenden Arten eine erhöhte Chance zu keimen und sich zu etablieren.

Allerdings dürfte dieser Effekt vor dem Hintergrund der prognostizierten Ausweitung von Trockengebieten nur relativ wenigen Regionen zugutekommen. Damit würde ein merklicher Rückgang der Pflanzenvielfalt verbunden sein. "Zwar haben sich die dortigen Pflanzen über sehr lange Zeiträume an die Herausforderungen ihrer Lebensräume angepasst, doch irgendwann stößt auch die widerstandsfähigste Überlebenskünstlerin an ihre Grenzen", meint UFZ-Biologin und Erstautorin Lotte Korell.

(Ende)
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