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pte20220804031 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Längere Antibiotika-Gabe bei Bauchinfektionen

Patienten erhalten in neuer Studie "EXTEND" der University of Leeds Medikamente 28 Tage lang


Antibiotika: Längere Einnahme schützt mitunter vor Sepsis (Foto: pixabay.com, PublicDomaiPictures)
Antibiotika: Längere Einnahme schützt mitunter vor Sepsis (Foto: pixabay.com, PublicDomaiPictures)

Leeds (pte031/04.08.2022/12:30) -

Patienten im Krankenhaus, die an Infektionen leiden, bei denen zehn Prozent der Betroffenen in der Folge sterben, wird im Rahmen der Studie "EXTEND" eine doppelt so lange Behandlung angeboten. Patienten mit schweren Bauchinfektionen erhalten normalerweise zwei Wochen lang Antibiotika. Diese Behandlung ist laut den Forschern jedoch oft nicht erfolgreich. Jetzt testen Wissenschaftler der University of Leeds http://leeds.ac.uk und der University of York http://york.ac.uk einen Ansatz, der einen Monat dauern soll. Die EXTEND-Studie wird vom National Institute for Health and Care Research http://nihr.ac.uk finanziert. Durchgeführt wird sie unter der Leitung der Leeds-Forscher Andrew Kirby und Dermot Burke.

Sepsis als eine ernste Gefahr

Laut Kirby kann es bei der Verschreibung einer längeren Einnahme von Antibiotika aufgrund des Risikos einer antimikrobiellen Resistenz auf die Medikamente eine Zurückhaltung geben. "Diese Infektionen sind jedoch sehr ernst und die bestehenden Behandlungsansätze sind bei einem großen Teil der Patienten unwirksam. Wir wollen herausfinden, ob eine längere Dauer der Behandlung mehr Menschen helfen kann, ob sie ein erneutes Auftreten der Infektion verhindert, neue Infektionen erst gar nicht auftreten und Leben retten kann."

Zu schweren Bauchinfektionen kommt es, wenn der Darm beschädigt wird. Verantwortlich dafür ist entweder eine OP oder eine Krankheit. In der Folge gelangen die im Darm lebenden Bakterien in den umgebenden Hohlraum. Diese Infektionen können bei Patienten auf Intensivstationen zur Sepsis führen. An den Folgen sterben allein in Großbritannien mehr Menschen als an Brust-, Darm- und Prostatakrebs zusammen.

Zehn Prozent sterben an Infektion

Die lange Einnahme von Antibiotika ist umstritten, da sie das Risiko erhöhen kann, dass Bakterien einen Weg finden sie zu überleben und daher die Medikamente nicht länger gegen eine Infektion wirken. Zusätzlich gibt es Richtlinien, wonach eine Einnahmedauer von vier Tagen für die Behandlung einer schweren Bauchinfektion ausreichend sein sollte. Das Problem mit dieser kurzfristigen Einnahme besteht laut den Forschern darin, dass 20 Prozent der Patienten dadurch nicht geheilt werden und zehn Prozent an den Folgen der Infektion sterben.

Derzeit vertrauen Ärzte auf Bluttests und die von den Patienten angegebenen Symptome, um zu beurteilen, ob eine Infektion erfolgreich behandelt worden ist. Wurden die Bakterien jedoch von den Antibiotika nicht vollständig ausgemerzt, kann die Infektion erneut auftreten und damit auch mehr Fälle von Sepsis. Daher wollen die Forscher herausfinden, ob eine 28 Tage lang dauernde Gabe von Antibiotika diese Infektionen effektiver behandeln kann als wenn ein Arzt über das Ende der Therapie entscheidet. Die EXTEND-Studie wird im August 2022 beginnen und drei Jahre lang dauern. Die teilnehmenden Patienten werden sechs Monate von den Forschern begleitet. Die Hälfte der Teilnehmer erhält Antibiotika von ihrem Arzt für die Dauer von ein oder zwei Wochen. Die andere Hälfte bekommt die Antibiotika 28 Tage lang.

(Ende)
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