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Austern sorgen für das Überleben von Krabben

Virginia Institute of Marine Science: Muscheln vernichten Parasiten bei der Nahrungsaufnahme


Jeffrey Shields: Forscher mit einem Korb voller Austern und Krabben (Foto: Lyndsey Smith, vims.edu)
Jeffrey Shields: Forscher mit einem Korb voller Austern und Krabben (Foto: Lyndsey Smith, vims.edu)

Gloucester Point/Roscoff (pte002/06.02.2026/06:05)

Austern helfen den in der US-amerikanischen Chesapeake Bay durch den Parasiten Hematodinium perezi bedrohten Blaukrabben (Callinectes sapidus). Denn die Muscheln filtern das sie umgebende Waser, um sich Nährstoffe zu sichern. Ganz nebenbei verbessern sie damit die Wasserqualität und vernaschen offensichtlich auch H. perezi. Das schließen Jeffrey Shields und Megan Tomamichel vom Virginia Institute of Marine Science aus einem Feldversuch.

Infektionsrisiko reduziert sich

Die Experten haben sich das Schicksal von jungen Blaukrabben angesehen, die sie in der Nähe von Austern aussetzten. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Jungtiere sich infizierten, war um ein Drittel niedriger als bei Krabben, die weit entfernt von Austern aufwuchsen.

"Wir wissen, dass Austern und Austernriffe eine Vielzahl ökologischer Vorteile bieten und dass Krabben von ihnen angezogen werden, um Nahrung und Schutz zu finden. Aber ihre Fähigkeit, Krankheitserreger aus der Umwelt zu entfernen, ist noch nicht gut untersucht", sagt Shields.

Das Team hat mit den Krabben sowohl im Labor als auch im Freiland experimentiert. An schwülen Sommertagen, an denen die Infektionsgefahr durch den Parasiten am größten ist, setzten sie nicht infizierte junge Blaukrabben in Küstenbuchten mit hohem Salzgehalt aus, in denen der Parasit häufig vorkommt. Einige Krabben platzierten sie zwischen lebenden Austern, andere zwischen leeren Austernschalen und wieder andere blieben ungeschützt.

Nur lebende Austern schützen

Nur die Anwesenheit lebender Austern verringerte das Infektionsrisiko. Dafür ist nicht nur die Wechselwirkung des Wassers mit der Riffstruktur verantwortlich, sondern auch die Filterung des Wassers durch die Austern, so die Forscher. Im Labor haben die Experten die Filteraktivitäten der Austern genauer untersucht. Sie reicherten das Wasser, in dem sie lebten, mit Parasiten an, und stellten fest, dass sie schnell weniger wurden.

Innerhalb von einer Stunde sank deren Zahl um 60 Prozent. Jährlich werden rund 40 Prozent der Blaukrabben geerntet. Die dadurch entstehende Lücke müssen nachwachsende Jungkrabben füllen. Deshalb ist deren Wohlergehen extrem wichtig für die Fischerei und die Gourmets in den USA, betonen die Wissenschaftler.

"Diese Studie ist Teil einer größeren Zusammenarbeit mit dem Ziel, Parasit-Wirt-Interaktionen auf Fischereiebene zu modellieren. Ich würde mir wünschen, dass der Dynamik von Krankheiten in marinen Ökosystemen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, da sie einen enormen Einfluss auf unsere Fischerei haben können", sagt Xuqing Chen, der zum Team gehört und als Postdoktorand an der Station Biologique de Roscoff arbeitet.

(Ende)
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