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pte20220804004 Kultur/Lifestyle, Forschung/Entwicklung

Gewinner betrügen in der Folge nicht mehr

Internationale Untersuchung der University of Leicester widerlegt frühere Forschungsergebnisse


Würfel: Gewinnen hat keine Nachteile in Bezug auf die Ehrlichkeit (Foto: pixabay.com, Coco Zinva)
Würfel: Gewinnen hat keine Nachteile in Bezug auf die Ehrlichkeit (Foto: pixabay.com, Coco Zinva)

Leicester (pte004/04.08.2022/06:15) -

Gewinnen macht Menschen nicht zu Betrügern, wie eine groß angelegte Studie unter der Leitung der University of Leicester http://le.ac.uk zeigt. Dieses Fazit steht im Gegensatz zu einer israelischen Studie aus dem Jahr 2016. Experimente kamen damals zu dem Schluss, dass die Sieger geschicklichkeitsbasierter Gewinnspiele eher Geld in folgenden Spielen gegen verschiedene Gegner stehlen. Das stand im Gegensatz zu Verlierern oder Personen, die sich selbst weder als Gewinner noch als Verlierer ansahen. Diese oft zitierte Studie mit einem relativ kleinen Sample ging davon aus, dass das kompetitive Gewinnen zum Gefühl der Berechtigung führt, das zum Schummeln ermutigt.

Ungleichheitsaversion entscheidet

Nun hat das internationale Team diese Ergebnisse widerlegt. Denn Menschen mit einem starken Sinn für Fairness betrügen weniger, so das Fazit. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie zuvor gewonnen oder verloren hatten. Die Wissenschaftler haben im Labor das Verhalten von 259 Teilnehmern bei einem Würfelspiel untersucht, das identisch mit jenem der originalen Studie war. 275 weitere Teilnehmer spielten in einem weiteren Online-Experiment ein Münzwurfspiel. Die Ergebnisse wurden dann mittels Standardstatistiken und einem mathematischen Verfahren, dem Strukturgleichungsmodell, analysiert.

Den Experten nach kam es für die angebotenen finanziellen Belohnungen zu einem geringen, aber signifikanten Ausmaß an Betrügereien. Das Gewinnen führte jedoch nicht zu mehr Schummeln und erhöhte auch das Gefühl einer Berechtigung dafür nicht. Das war übrigens auch beim Verlieren nicht der Fall. Stattdessen war der einzige Faktor, der für das geringe Ausmaß an Schwindeln verantwortlich gemacht werden konnte, eine geringe Ungleichheitsaversion. Personen mit einer Ungleichheitsaversion mögen ungleiche Ergebnisse nicht. Menschen mit starkem Sinn für Fairness neigen dazu, gegen Ungleichheit eingestellt zu sein und vermeiden Schwindeleien. Sie sehen das Betrügen als eine Art von Unfairness an.

Unehrlichkeit macht sich breit

Laut Forschungsleiter Andrew Colman von der University of Leicester gewinnen Betrügen und allgemeine Unehrlichkeit auch im akademischen Bereich immer mehr an Bedeutung. Dazu kommen noch Steuerhinterziehung und -flucht von Reichen. Zudem wirken sich steigende Ungleichheit bei Reichtum und Einkommen auf Korruption und Kriminalität aus. Die Forschungsergebnisse wurden in "Royal Society Open Science" veröffentlicht. An der Studie waren auch Wissenschaftler der University of Southern California http://usc.edu beteiligt.

(Ende)
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