Klimawandel macht Panamakanal unpassierbar
Forscher der Northeastern University erwartet künftig dramatische Folgen für den Welthandel
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Panamakanal: Verkehrsweg droht klimabedingter Wassermangel (Foto: artes2franco, pixabay.com)
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Boston (pte001/29.09.2025/06:00)
Der durch den Klimawandel künftig nur noch eingeschränkt befahrbare Panamakanal wird den Welthandel stark belasten. Laut Samuel Munoz von der Northeastern University ist vor allem der Wassermangel für die Schleusen ein Problem. Denn pro Schiff sind rund 200 Mio. Liter nötig, die aus dem Gatún-Stausee entnommen werden. Dessen Wasservorräte werden in naher Zukunft nicht mehr reichen, um ganzjährig Schiffe durchzuschleusen. Das könnte den Warenaustausch zeitweise zum Erliegen bringen, denn jährlich passieren rund 14.000 Schiffe den Kanal.
Mehr Dürren in Panama
"Der Kanal ist anfällig für Dürren. Diese Anfälligkeit nimmt mit der Erderwärmung zu. Die Klimamodelle gehen davon aus, dass diese Dürren in Panama umso schwerwiegender und häufiger werden, je mehr wir die Erde erwärmen", so Munoz. Das unterstreiche die Notwendigkeit, dem wachsenden Risiko für ein wichtiges Glied in der globalen Lieferkette mit "proaktiven Anpassungs- oder Minderungsmaßnahmen" zu begegnen, die die Funktionalität des Kanals aufrechterhalten.
Munoz nutzt hochauflösende Klimaprognosen, um den künftigen Wasserstand des Gatún-Sees zu simulieren. Dabei treten "störende Niedrigwasserbedingungen" unter Szenarien mit mäßig hohen und hohen Treibhausgasemissionen zunehmend öfter auf, nicht jedoch unter Szenarien mit niedrigen Emissionen. Der Gatún-See wird hauptsächlich durch Niederschläge gespeist und höhere Emissionen gehen mit geringeren Niederschlägen in der Regenzeit und erhöhter Verdunstung einher.
Durchfahrt war blockiert
Die jüngsten Dürreperioden 2023 und 2024 zwangen die Betreiber des Kanals bereits, zeitweise das Gewicht und die Anzahl der Schiffe zu reduzieren, die die 82 Kilometer lange Wasserstraße benutzen durften. Deshalb planen die panamaischen Behörden bereits den Bau eines zusätzlichen Stausees. Außerdem suchen sie nach Wegen, den Wasserverbrauch zu reduzieren.
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