Freiberufler sind oft am schlechtesten gestellt
US-Studie der University of Michigan zeigt geringes Einkommen und gesundheitliche Probleme
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Lieferant: Informell selbstständig zu sein, ist ein hartes Los (Foto: Nico Schmidt, pixabay.com) |
Ann Arbor (pte001/13.02.2026/06:00)
Freiberufler, die kurzfristige, projektbasierte Aufträge über digitale Plattformen annehmen, anstatt einen festen Arbeitsvertrag zu haben, erzielen ein geringeres Einkommen als Angestellte, wirklich Selbstständige und vor allem als Unternehmer. Laut einer Untersuchung der University of Michigan haben diese "Gig Worker" zudem eher gesundheitliche Probleme. Die Forscher haben die Daten von rund 10.000 US-Familien ausgewertet und die Selbstständigkeit in drei Kategorien unterteilt: Unternehmer, formell Selbstständige und informell Selbstständige.
Unterschiede bei Selbstständigen
In Bezug auf finanzielle Ergebnisse, Gesundheit und Stabilität bestehen zwischen den Gruppen teils erhebliche Unterschiede, was auch den US-Arbeitsmarkt prägt. Die informelle Selbstständigkeit hat in den vergangenen Jahren zugelegt, während die formelle Selbstständigkeit sinkt. Auch in Europa ist diese Form der Beschäftigung weitverbreitet. Dazu gehören Mitarbeiter von Lieferdiensten, die aber von einer seit zwei Jahren geltenden EU-Plattformarbeitsrichtlinie besser geschützt sind.
Informell Selbstständige machen den größten Teil der selbstständigen Erwerbstätigen in den Vereinigten Staaten aus, sind aber am schlechtesten gestellt. Sie verdienen weniger, geben eine schlechtere körperliche und geistige Gesundheit an, sind weniger zufrieden mit ihrem Leben und einem höheren Risiko der Arbeitslosigkeit ausgesetzt, unterstreichen die Wissenschaftler.
Die neue umfassende Studie offenbart außerdem, dass informelle Selbstständigkeit in den USA vor allem bei Arbeitnehmern mit niedrigem Einkommen, Frauen, Hispanics und Schwarzen anzutreffen ist - Muster, die durch Sprachbarrieren, Diskriminierung und eingeschränkten Zugang zu Chancen geprägt sind, heißt es weiter.
Teufelskreis der Arbeitslosigkeit
"Diese Gruppe ist in mehrfacher Hinsicht schlechter gestellt. Oft fehlen ihnen Sozialleistungen, Stabilität und Aufstiegsmöglichkeiten. Und es wird zu einem Teufelskreis: Lässt die Gesundheit aufgrund ihres Jobs nach, verlieren sie ihre Arbeit. Wenn wir alle Selbstständigen in einen Topf werfen, verschleiern wir wichtige wirtschaftliche Trends und Realitäten. Es besteht die reale Sorge, dass informelle Selbstständige in Jobs verharren, die nicht zu langfristigem Wachstum führen", so Forscherin Joelle Abramowitz.
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