Fachzeitschriften benachteiligen Forscherinnen
Erhebung der University of Nevada - Zeit bis zur Veröffentlichung deutlich länger als bei Männern
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Forscherin: längere Wartezeiten für Wissenschaftlerinnen (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com) |
Reno (pte003/12.02.2026/06:10)
Bio- und Medizinwissenschaftlerinnen warten auf die Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften länger als ihre männlichen Kollegen. Laut einer in "PLOS Biology" veröffentlichten Studie der University of Nevada dauert die Beurteilung von Artikeln aus den Bereichen Biomedizin und Biowissenschaften, die von Frauen verfasst wurden, bis zu 14,6 Prozent länger als bei Beiträgen von Männern.
Verzögerte Beurteilung
Trotz zunehmender Forderungen nach Gleichberechtigung gibt es in der Wissenschaft nach wie vor eine Geschlechterkluft. Frauen sind in leitenden akademischen Positionen unterrepräsentiert, und sowohl anekdotische Belege als auch Studien zeigen, dass Forscherinnen mehr Hindernisse zu überwinden haben als ihre männlichen Kollegen, unter anderem bei der akademischen Begutachtung.
Ein Drittel der jährlich veröffentlichten Beiträge stammt aus den Bereichen Biomedizin und Biowissenschaften. Die Experten haben überprüft, wie lange es dauerte, bis eingereichte Artikel nach der üblichen gründlichen Überprüfung veröffentlicht wurden. Analysierten worden sind über 7,7 Mio. Artikel aus rund 36.000 Zeitschriften. Gemessen wurde die Zeit zwischen Einreichung und Annahme mittels Software, um das Geschlecht der Autoren anhand ihrer Vornamen zu ermitteln.
Die Forscher haben auch statistische Modelle verwendet, um andere Faktoren zu kontrollieren, die zu Verzögerungen führen könnten, wie die Länge der Artikel, die Anzahl der Autoren, das Jahr der Veröffentlichung sowie die Lesbarkeit der Zusammenfassung. Sie berücksichtigten sogar den wirtschaftlichen Status der Heimatländer der Autoren, um festzustellen, ob die Geschlechterkluft in der globalen wissenschaftlichen Gemeinschaft einheitlich ist.
Einfluss auf die Karriere
Die festgestellten Verzögerungen reichten von 7,4 Prozent bei Artikeln mit einer weiblichen Erstautorin über zehn Prozent bei rein weiblichen Teams bis hin zu 14,6 Prozent, wenn es neben der Erstautorin eine korrespondierende Autorin gab. Diese Verzögerungen traten in verschiedenen Ländern und in fast allen Bereichen der Biomedizin und Biowissenschaften auf.
"Wir liefern eindeutige Belege dafür, dass Artikel von Autorinnen tendenziell länger in der Begutachtung verbleiben als Artikel von Autoren. Auch wenn die Begutachtungszeit für jedes Manuskript nur sieben bis 15 Tage länger ist als für Artikel von männlichen Autoren, können diese Verzögerungen für die Karriere einer Frau verhängnisvoll sein - etwa durch geringere Aufstiegsmöglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Forschungsgeldern", schreiben die Autoren.
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