Event-Fotografieren kann Freunde vergraulen
US-Forschern zufolge wird es oft als störend empfunden und zieht soziale Sanktionen nach sich
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Handy-Kamera beim Konzert: Das nervt viele, die daneben stehen (Foto: pixabay.com, Pexels) |
Portland (pte002/12.01.2026/06:05)
Wer bei Live-Veranstaltungen fotografiert, läuft Gefahr, negative soziale Folgen zu spüren zu bekommen - bis hin zum Verlust von Freundschaften. Dies legt eine neue Studie unter Leitung von Freeman Wu vom Lundquist College of Business der University of Oregon nahe. Sie ist kürzlich im "Journal of the Association for Consumer Research" erschienen.
"Dokumentieren" ist normal
Eine typische Situation: Zu Konzertbeginn tönt eine Stimme aus den Lautsprechern, die Zuschauer darauf hinweist, keine Fotos oder Videos von der Aufführung zu machen. Dennoch zieht mitten in einem Song jemand sein Handy heraus und beginnt, die Bühne zu fotografieren. Dieses "Dokumentieren" gehört meist zu Gruppen-Erlebnissen wie Konzerten, Sportereignissen Feuerwerken oder anderen Live-Events.
Wu und seine Kollegen von der DePaul University und der Vanderbilt University haben in ihrer Studie nachgewiesen, dass dieses Verhalten zu sozialen Sanktionen führen und sogar die Beziehungen zwischen Freunden beeinträchtigen kann. Experimenten zufolge empfinden Beobachter die Menschen, die bei Konzerten und anderen Live-Veranstaltungen Fotos machen, als weniger engagiert. Diese gaben außerdem an, Freunde weniger wahrscheinlich zu künftigen Veranstaltungen einzuladen, wenn sie diese bei Handy-Aufnahmen beobachten.
Störenfried mit Smartphone
Die Experten haben Online-Kommentare zu einem Artikel der "New York Times" über Konzertbesucher analysiert, die Fotos machen. Ergebnis: Drei Viertel davon waren negative Meinungen über die Dokumentierenden. Dabei ging es oft um Ablenkung von der Vorstellung oder die Störung anderer Zuschauer. "Diese scheinbar harmlosen Entscheidungen können unbeabsichtigte soziale Folgen haben", so Wu. Die wichtigste Erkenntnis sei, sich der sozialen Umstände der Handy-Nutzung bewusst zu sein.
"Es geht nicht um alles oder nichts. Es ist nicht so, dass man überhaupt keine Fotos machen darf. Wir wissen, dass die Leute Fotos machen werden, aber es kommt auf das Ausmaß an. Ein paar Fotos am Anfang oder vielleicht in der Mitte eines Konzerts zu machen und dann das Handy wegzustecken und einfach zu genießen, führt nicht zu diesen negativen Folgen, oder zumindest nicht in gleichem Maße", meint Wu.
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