"Omas for Future": Weg in ein besseres Leben
Cordula Weimann und Bewegung engagieren sich für menschen- und umweltfreundlichere Zukunft
![]() |
Cordula Weimann: Autorin zeigt Beispiele für einen gesünderen Lebensstil (Bild: scorpio-verlag.de) |
Wien (pte004/09.01.2026/06:15)
Vor über sechs Jahren ist Cordula Weimann mit ihrem dreijährigen Enkel in der Natur unterwegs. Der Ausflug wird für die heute 66-Jährige zum Schlüsselmoment: "Wir übten Radfahren und entdeckten immer wieder Schönes am Wegesrand", erinnert sie sich in ihrem Buch "Omas for Future. Handeln! Aus Liebe zum Leben" aus dem Scorpio Verlag. "Er freute sich und schaute mir strahlend in die Augen", so Weimann in ihrem Buch.
Mit dem unendlichen Vertrauen, dass sie in seinem Blick sieht, erkennt sie ihre Verantwortung: dem Jungen eine gute Zukunft zu garantieren. Gleichzeitig wird ihr klar, dass sie dieses Versprechen angesichts einer Welt in der Klimakrise nicht halten kann: "Es durchfuhr mich. Ich belog ihn. Das spürte ich in jeder Zelle meines Körpers. Es würde diese Zukunft für ihn nicht geben. Da wusste ich, dass ich handeln musste", wie sie weiter schreibt.
Zunächst Panik in jeder Zeile
Gesagt, getan. Die Situation mit ihrem Enkel wird zum Auslöser, sich für 99 Cent die Domain "omasforfuture.de" zu sichern und aktiv zu werden für ihre Enkel-Generation. Bereits zuvor war ihr in der Zeitung eine Frau mit dem Schild "Omas for Future" aufgefallen - aber sie fand keine weiteren Spuren im Internet. Weimann informiert sich weiter über den Klimawandel, recherchiert, schreibt Texte für diese neue Webseite.
"Ich wollte wachrütteln. Die Klimaerwärmung in jeden Vorgarten bringen. Meine Panik war dort in jeder Zeile zu lesen", schildert sie im Buch die Anfangstage ihrer Initiative. Sie geht auf Demos, knüpft Kontakte und findet Gleichgesinnte. Im Herbst 2019 gründet sie die erste "Omas for Future"-Gruppe" in Leipzig, der nächstgelegenen Großstadt zu ihrem Wohnort.
Inzwischen sind bundesweit rund 100 Gruppen am Start, die sich vor Ort für Klima- und Ressourcenschutz engagieren - meist Großmütter, aber auch einige Opas. Sie stehen an Infoständen an der Straße, protestieren gegen neue Gasförderungen, marschieren bei Klima-Demos mit, geben Workshops an Schulen und in Altersheimen, pflanzen Bäume und organisieren Zukunftsquizze zu Klimafragen an sozialen Treffpunkten.
Ihr Hauptziel: mehr Klimabewusstsein zu wecken - vor allem bei der Generation 50 plus. Weimann will speziell die Frauen ansprechen. Ein großes Klientel - das sich nach ihrer Erfahrung oft zu wenig zutraut. In diesem Sinne versteht sie "OFF" auch als Frauen-Empowerment-Programm: Engagement für ein klimafreundlicheres Leben als aktive, sinnstiftende Teilhabe in lokalen Gemeinschaften.
Es geht auch darum, das persönliche Umfeld für entsprechende Veränderungen im Alltag zu begeistern. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Fakten, Argumenten und positiven Beispielen aus dem Leben. Die Omas wollen keine Verlustängste schüren. Stattdessen gibt's praktische Tipps für ein Leben im besseren Einklang mit der Natur, das nicht auf Kosten kommender Generationen geht.
Zweifel, Wut und Hoffnung
Weimann beschreibt ihren Lebensweg - nahbar, zweifelnd, begleitet von Erkenntnissen und Wut. Aber auch Hoffnung und Mut, den eigenen Lebensstil zu ändern. Bis zum Ruhestand tickte sie generationstypisch erzogen nach dem Motto "Lerne, leiste, spare was - dann bist du, kannst du, hast du was". Schule, BWL-Studium, dann 40 Jahre als Unternehmerin. Fast alles dreht sich um Arbeit und Familie. Keine Zeit, sich mit Umweltproblemen und Klimakrisen zu beschäftigen, wie sie einräumt.
Sie kann sich nicht daran erinnern, ob sie Berichte dazu in der "Tagesschau" gesehen hat. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es Menschen fällt, eine persönliche Mitverantwortung für die globale Klimakrise zu erkennen und den eigenen Lebensstil auf den Prüfstand zu stellen; sich zu fragen, wie hoch der eigenen Beitrag an der erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre als Folge steigenden Öl,- Gas- und Kohleverbrauchs ist und was man besser machen kann.
Ihr Lebenslauf ist eine Blaupause für andere, ihrem Beispiel zu folgen. Dafür, dass Veränderungen jederzeit möglich sind. Veränderungen, die sie sich bei vielen Menschen wünscht - nicht nur mit Blick auf die Enkel, sondern auch aus Selbstvorsorge. Mit der Überzeugung: Ein besseres Leben ist möglich. Diese Botschaft tragen Weimann und die Omas for Future in die Welt.
Auf einer ausgiebigen Lese-Tour hat die Autorin ihr Buch bundesweit vorgestellt. Darin skizziert sie nicht nur ihre persönliche Geschichte, sondern liefert mit Quellenangaben wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten zur Klimakrise und Infos zum Wirtschafts- und Steuersystem in Deutschland. Dabei spart sie nicht mit Kritik an den Ungerechtigkeiten der vorherrschenden politischen und ökonomischer Strukturen, die einer nachhaltigeren Zukunft im Weg stehen.
Kritik an Wachstumszwang
Ständiger Konsumdruck, systemischer Wachstumszwang, Konzern-Lobbyismus, mangelnde Steuergerechtigkeit, ein als positiv verkaufter "Ego"-Lifestyle auf Kosten von Tieren, Menschen und Natur und die weitverbreitete Ignoranz gegenüber Herstellungsbedingungen, Umweltaspekten und Lieferketten von Produkten - all das kommt zur Sprache.
Weimann zeigt Zusammenhänge auf zwischen persönlichem Verhalten, möglicher Selbstwirksamkeit und dem "großen Ganzen". Einfache Verhaltensänderungen sind möglich, ob in Ernährungs-, Gesundheits-, Mobilitäts-, oder Geschlechterfragen, bei sozialer Gerechtigkeit oder im Umweltschutz und -erhalt im fortschreitenden Klimawandel.
Somit funktioniert das Buch als Wegweiser für ein besseres Leben, inklusive Speiseplan für eine gesunde, umweltgerechte Ernährung sowie einer Liste mit einfach umsetzbaren Alltagstipps, etwa zum richtigen Lüften, zur Nutzung von Ökostrom und Second-Hand-Waren, für weniger Fleischkonsum oder zum Flugverhalten.
Best-Practice-Beispiele gibt es nicht nur für Verbraucher, sondern auch für die Wirtschaft: Purpose-Unternehmen verpflichten sich freiwillig dazu, mit sinnvollen Produkten den Menschen und der Gesellschaft zu dienen. Firmen, die nach Richtlinien der Gemeinwohlökonomie zertifiziert sind, richten sich auf soziale und ökologische Werte aus und bekennen sich zu innerbetrieblicher Demokratie und Transparenz.
Cordula Weimann: "Omas for Future. Handeln! Aus Liebe zum Leben". Scorpio Verlag, München 2024. 240 Seiten, 20 Euro.
(Ende)| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Lutz Steinbrück |
| Tel.: | +43-1-81140-300 |
| E-Mail: | steinbrueck@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


