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pte20211110004 Medizin/Wellness, Umwelt/Energie

Dreckige Luft erhöht Depressionsrisiko

352 Personen aus schadstoffbelasteten Gebieten untersucht - Genetische Prädisposition relevant


Industrie: Schadstoffbelastung macht krank (Foto: SD-Pictures, pixabay.com)
Industrie: Schadstoffbelastung macht krank (Foto: SD-Pictures, pixabay.com)

Baltimore/Peking (pte004/10.11.2021/06:15) - Genetische Veranlagung kombiniert mit einer hohen Feinstaubbelastung erhöht das Depressionsrisiko, wie Forscher des Lieber Institute for Brain Development http://libd.org und der Peking University http://www.english.pku.edu.cn zeigen. Sie haben die Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Hirngesundheit analysiert. Untersucht wurden dafür 352 Pekinger.

Bedingte Funktionstüchtigkeit

"Luftverschmutzung verkürzt die allgemeine Lebenserwartung. Das Spektrum gesundheitlicher Folgen ist sehr breit - von Erkrankungen der Atemorgane bis hin zu Lungenkrebs, des Herz-Kreislauf-Systems sowie Stoffwechsel-Beeinträchtigungen, neurologischen und psychischen Leiden wie Demenz oder Depression", bestätigt Hans-Peter Hutter, Oberarzt und stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin der Med Uni Wien http://meduniwien.ac.at , im Gespräch mit pressetext.

Laut der Studie verändert eine hohe Schadstoffbelastung wichtige kognitive und emotionale Funktionsweisen des Gehirn, indem sie die Genexpression von Genen verändert, die mit Depressionen in Verbindung stehen. Eine Depression kann jeden treffen, jedoch sind manche Menschen aufgrund einer bestimmten genetischen Veranlagung anfälliger dafür.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Luftverschmutzung nicht nicht nur den Klimawandel beeinflusst, sondern auch einen starken Einfluss auf die Gesundheit und die Funktionstüchtigkeit des Gehirns hat. Den Forschern nach werden in Gegenden mit hoher Schadstoffbelastung immer mehr Personen an Depressionen erkranken. Denn Luftverschmutzung verstärke demnach die Effekte der genetischen Veranlagung noch weiter.

Entschiedenere Maßnahmen nötig

"Diese Erkenntnisse gibt es teils bereits seit Jahrzehnten, die Kluft zwischen wissenschaftlicher Evidenz und der Umsetzung entsprechender Maßnahmen ist jedoch enorm groß. Würde man hier dieselben Maßstäbe zum Schutz der Bevölkerung anlegen wie bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, hätten wir praktisch kaum mehr Gesundheitsfolgen durch Luftverunreinigungen", erklärt Hutter gegenüber pressetext.

Die Forscher betonen die Implikationen, die ihre Studienergebnisse für Wissenschaftler und Politiker weltweit haben. Besonders in städtischen, dicht besiedelten Gebieten könnten Maßnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung entscheidend dazu beitragen, das Depressionsrisiko zu senken und die Funktionsweise kognitiver Fähigkeiten zu erhöhen.

"Um sich selbst zu schützen, kann man FFP2-Masken tragen, das Lüften von Wohnungen während der Rush Hour oder bei Inversionswetterlage stärker feinstaubbelastete Räume meiden. Das ist jedoch alles passiv, letztendlich sind wir nicht nur 'Opfer' sondern gleichzeitig Erzeuger von Luftschadstoffen. Es bedarf daher Initiativen und genügend Druck seitens der Bevölkerung, aber auch Reaktionen aus der Politik und vor allem Rückgrat, sich gegen Lobbys durchzusetzen, die seit Jahrzehnten lufthygienische Probleme verharmlosen", fordert Hutter.

(Ende)
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Ansprechpartner: Flora Male
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