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pte20160429013 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Computervisualistik: Blutflüsse in 3D dargestellt

Mit krankhaften Veränderungen einhergehende Fließmuster sichtbar


Verwirbelungen als Folge einer geweiteten Aorta (Foto: Monique Meuschke)
Verwirbelungen als Folge einer geweiteten Aorta (Foto: Monique Meuschke)

Magdeburg (pte013/29.04.2016/10:30) - Computervisualisten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg http://www.uni-magdeburg.de haben neue Visualisierungsverfahren entwickelt, mit denen die Geschwindigkeit und Richtung von Blutflüssen dreidimensional dargestellt werden können. Diese auf Patientendaten beruhenden Computervisualisierungen machen mit krankhaften Veränderungen einhergehende Fließmuster sichtbar und werden Mediziner künftig bei der zuverlässigen Diagnose behandlungsbedürftiger Herz- und Gefäßerkrankungen unterstützen.

Einfachere Datenauswertung

Basis der Technologie ist eine relativ neue Form der Bildgebung, bei der für jeden Punkt im dreidimensionalen Raum die Geschwindigkeit und Richtung des Blutflusses gemessen wird. Die mathematischen Berechnungen dafür sind am Lehrstuhl für Visualisierung entwickelt worden und werden bereits für ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Herzzentrum Leipzig eingesetzt. Die Leipziger verwenden die Daten zur Diagnostik von Herzklappenerkrankungen und Verengungen der Aorta. Sie untersuchen, wie bestimmte Erkrankungen mit besonderen Flussmustern und Verwirbelungen in den Blutgefäßen korrelieren.

Diese Messdaten sind durch eine manuelle Auswertung schwer zu erfassen und nur von erfahrenen Medizinern zu interpretieren. "Die bisherige Darstellung der Blutflussmessungen lässt keine eindeutigen Aussagen darüber zu, wo die Grenzen normaler Blutflussmuster liegen", so der Magdeburger Informatiker und Computervisualist Bernhard Preim. "Mit dem neu entwickelten Visualisierungsverfahren können die auf Patientendaten basierenden Fließmuster bei Gefäßuntersuchungen anschaulich im Computer gezeigt, zuverlässig erkannt und weitestgehend automatisch klassifiziert werden, so dass eine korrekte Auswertung der Messdaten nicht mehr von der Erfahrung der Radiologen abhängt", unterstreicht Preim. Auf diese Weise könne zuverlässiger bestimmt werden, in welchen Teilen zum Beispiel der Aorta der Wirbel auftritt, ob er rechts- oder linksdrehend und wie stark er ausgeprägt ist.



(Ende)
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