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pte20150922011 Medizin/Wellness, Unternehmen/Wirtschaft

Aids-Medikament Daraprim um 5.000 Prozent teurer

Eine Dosis kostet laut Turing Pharmaceuticals in Herstellung einen Dollar


Pillen: sind ab sofort um 5.000 Prozent teurer (Foto: pixelio.de, Tim Reckmann)
Pillen: sind ab sofort um 5.000 Prozent teurer (Foto: pixelio.de, Tim Reckmann)

New York (pte011/22.09.2015/10:30) Das Aids-Medikament Daraprim wird jetzt für 750 Dollar (rund 665 Euro) pro Dosis verkauft - und das, obwohl es in der Herstellung gerade einmal einen Dollar kostet. Martin Shkreli, der CEO von Turing Pharmaceuticals http://turingpharma.com , verteidigt diese Entscheidung. Die Firma hat die Rechte an dem Medikament erst im August erworben. Laut Shkreli sollen die so erzielten Mehreinnahmen in die Forschung für neue Medikamente investiert werden.

Offener Brief an Unternehmen

Das bereits mehr als 60 Jahre alte Mittel wird zur Behandlung von Toxoplasmose eingesetzt, eine Krankheit, von der vor allem Patienten mit geschwächten Immunsystemen betroffen sind. Nach dem Erwerb durch Turing stieg der Preis von Daraprim von 13,50 Dollar auf 750 Dollar. Shkreli zufolge liegen die Herstellungskosten zwar bei einem Dollar, dabei seien aber Kosten für Marketing und Vertrieb nicht berücksichtigt.

Shkreli betont, dass die Unternehmen Profit machen müssen. "Die Unternehmen vor uns haben das Medikament fast verschenkt", so der Manager weiter. Kritikern begegnet der Unternehmenschef auf Twitter mit wenig freundlichen Ausdrücken. Einen Reporter bezeichnete er jüngst als "Idioten". Die Infectious Diseases Society of America http://idsociety.org , die HIV Medicine Association http://hivma.org und andere Institutionen haben bereits einen offenen Brief an das Unternehmen gesendet, in dem sie ein Überdenken dieser Entscheidung fordern.

Kein Bedarf an Weiterentwicklung

"Diese Kosten sind für die medizinisch bedürftigen Patienten nicht zu rechtfertigen, die nicht durch das Gesundheitssystem abgesichert sind", heißt es in dem Brief. Wendy Armstrong von der HIV Medicine Association zweifelt zusätzlich daran, dass neue Medikamente für Toxoplasmose entwickelt werden müssen. Es handle sich dabei um keine Infektion, bei der ein Bedarf an wirksameren Medikamenten bestehe.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Michaela Monschein
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