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pte20090420019 Umwelt/Energie, Medizin/Wellness

Dünnere Menschen leben klimaschonender

Großer Kalorienverbrauch sorgt für höhere Treibhausgasemissionen


Mehr Gemüse und weniger Fleisch aus Klimaschutzgründen (Foto: pixelio)
Mehr Gemüse und weniger Fleisch aus Klimaschutzgründen (Foto: pixelio)

London/Wien (pte019/20.04.2009/11:46) - Wenn man zum Lebensstil der 1970er-Jahre zurückkehrt, wäre das eine Lösung zur Reduktion der Treibhausgase, kommt eine britische Studie im International Journal of Epidemiology zum Schluss. Bis zu 60 Megatonnen Treibhausgase könnten so eingespart werden. Die steigende Zahl an Fettleibigen und Übergewichtigen ist nämlich ein Grund dafür, dass der Energieverbrauch in den vergangenen 40 Jahren gewaltig gestiegen ist. In der Studie hatten die Forscher um Phil Edwards von der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk ein Bevölkerungsmodell mit einem 3,5-Prozent-Anteil von Fettleibigen - dies entspricht den Zahlen von 1970 - mit einem 40-Prozent-Anteil - dies entspricht der Vorhersage von 2010 - verglichen.

"Wie stark die Auswirkungen des Lebensstils - vor allem der Ernährung - auf das Klima genau sind, läßt sich nur sehr schwer sagen", so der Wiener Klimaforscher Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at gegenüber pressetext. Fest stehe, dass sie massiv sind. Der steigende Bedarf von Fisch und Fleisch bedeute für die Erde nichts Gutes. "Die Effizienz bei Getreide oder anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln ist wesentlich höher, da hier Solarenergie direkt umgewandelt wird", so Formayer. Es mache einen großen Unterschied ob man 3.000 Kalorien aus pflanzlicher oder tierischer Nahrung zu sich nimmt. "Gerade bei der Fleischproduktion ist der Aufwand sehr groß, da die Tiere mit Getreide ernährt werden. Dass der Energieaufwand bei der Fleischproduktion das Fünf- bis Zehnfache beträgt, ist vorstellbar", meint der Klimaforscher.

In Großbritannien ist die verbrauchte "Lebensmittelenergie" in den vergangenen 40 Jahren um 19 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass die dickere Bevölkerung um 19 Prozent mehr Nahrung zu sich nimmt, als die dünnere vor 40 Jahren. Edwards Team hat neben dem Mehraufwand für die zusätzliche Nahrung auch berechnet, dass damit die Treibhausgasemissionen zwischen 0,4 und einer Gigatonnen pro Milliarde Menschen höher liegen. Zwischen 1994 und 2004 ist der durchschnittliche Body-Mass-Index in England von 26 auf 27,3 angestiegen. Bei Frauen stieg er von 25,8 auf 26,9. Das entspricht einem Mehrgewicht von drei Kilogramm.

Zudem wird zu viel Energie verbraucht, um dicke Menschen zu transportieren. "Wenn man sich in einem schweren Körper bewegt, ist es, als würde man mit einem Spritfresser durch die Gegend fahren", so Edwards. Übergewicht sei ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen den Klimawandel. "Wenn die Menschen wieder so aussehen wie in den 1970er Jahren, würde das dem Planeten wirklich helfen", kommt Alan Maryon-Davis, Präsident der Faculty of Public Health, zum Schluss. Damals sei es gang und gäbe gewesen, mehr Gemüse und weniger Fleisch am Teller zu haben und sich mehr zu bewegen. "Auf der Kalorientabelle werden nur die Kalorien gezählt, die wir verbrauchen, nicht aber diejenigen, die für eine vermehrte Fleischproduktion aufgewendet werden müssen", meint Formayer. Experten fürchten den Zeitpunkt, in dem die bevölkerungsreichen Länder Indien und China die gleichen Ernährungsgewohnheiten annehmen wie die Europäer und Nordamerikaner.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
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