pts20260211017 in Leben

Zeytinburnu: Museum der Mosaike

Archäologen legen römische Villa unter osmanischem Militärhospital frei


Istanbul (pts017/11.02.2026/10:12)

Malereien und Mosaike sind die ältesten Zeugnisse der Menschheit. Durch alle Epochen hindurch faszinierten farbige Bildnisse auf antiken Böden und Wänden ihre Betrachter. Jenseits mythologischer Szenen bieten sie heute wertvolle Einblicke in das gesellschaftliche Leben ihrer Zeit und erwecken so die Vergangenheit zum Leben. In der Bosporusstadt Istanbul hat nun ein eigenes Mosaikmuseum seine Pforten geöffnet: Zeytinburnu.

Mosaike sind weit mehr als bloße Dekorationselemente in antiken Behausungen und Tempeln, und gerade in den Ländern der Alten Welt weitverbreitet. Ein Museum in Istanbul widmet sich diesem Schatz und einzigartigem Kulturerbe – mit einem besonders attraktiven Beispiel. Hier begegnet der Besucher einer Geschichte, wo man sie am wenigsten erwartet – außerhalb der historischen Stadtmauern, in einem verlassenen Arsenal, liegt das neu eröffnete Mosaikmuseum Zeytinburnu.

Verborgenes Erbe

Das Museum ist in einem ehemaligen Militärhospital aus der osmanischen Zeit untergebracht, dem heutigen "Kazlıçeşme Arts Centre". Im Rahmen der Restaurierung des Gebäudes haben Archäologen an diesem Ort 2015 etwa 1,5 Meter unter der Oberfläche ein ganzes Areal einzigartiger Mosaike freigelegt und umgehend konserviert. 2019 wurden die Grabungen fortgesetzt, angetrieben von Überlegungen, dass sich die geometrischen Muster über das Gebäude hinaus erstrecken könnten.

Die fortgesetzten Grabungsarbeiten brachten nicht nur weitere Mosaike, sondern auch einen unerwarteten Fund ans Licht: neben den prächtigen "Bodenschätzen" einen großen Marmorsarkophag mit den sterblichen Überresten zweier Menschen. All das ist im neu eröffneten Mosaikmuseum Zeytinburnu und an ihrem ursprünglichen Ort zu bewundern – mit einer Vielzahl weiterer faszinierender historischer Artefakte.

Begehbare Mosaikböden

Das wunderschön restaurierte Museumsgebäude aus osmanischer Zeit im Stadtteil Zeytinburnu empfängt die Besucher auf großen Mosaikflächen, geschützt von Glasböden über den originalen Mosaikböden, die in der antiken "Opus tessellatum" Technik gefertigt wurden. Die farbenprächtigen Mosaike aus dem 4. bis 5. Jahrhundert n.Chr. waren vermutlich Teil einer römischen Villa und zeigen eine beeindruckende Vielfalt an Ornamenten – von geometrischen Mustern und Sternen über polygonale Kompositionen bis hin zu floralen Motiven.

Neben den faszinierenden Mosaikböden, die sich über 190 Quadratmeter erstrecken, sind auch die archäologischen Funde beeindruckend. Der Marmorsarkophag, das Ziegelgrab und die damit verbundenen menschlichen Überreste versetzen den Besucher in Staunen. Darüber hinaus zeugen Terrakotta-Gefäße und Münzen aus mehreren Jahrhunderten von der langen Kontinuität des Lebens an diesem Ort.

Das Museum ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Link zum Foto-Download: https://docs.tga.gov.tr/z3gfm2o8

(Ende)
Aussender: Temmel, Seywald & Partner
Ansprechpartner: Dr. Wilfried Seywald
Tel.: +43 699 18 11 4006
E-Mail: seywald@seywald.at
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