pte19971108004 in Business
Werbeträchtiges Wettrennen zum Mond
ESA will mit Roboter-Schaulaufen Mondmission finanzieren
Frankfurt (pte) (pte004/08.11.1997/19:47)
Seit der amerikanische Mondorbiter Clementine die Existenz von Eis am lunaren Südpol aufzeigte, hat ein neuer Wettlauf zum Erdtrabanten begonnen. Die europäische Raumfahrtorganisation ESA will im Jahre 2000 mit einer Ariane 4-Rakete erstmals eine eigene Mondmission starten.In nicht allzu ferner Zukunft, so die Vision mancher Wissenschaftler, könnte der Mond als Sprungbrett für bemannte Marsmissionen dienen. Ein Auftanken von Marsraketen wäre danach billiger, als den gesamten Treibstoff von der Erde mitzuschleppen. "Wenn dort tatsächlich Wassereis in permanent schattigen Kratern vorhanden wäre, könnte man es eventuell in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen und damit solche Aggregate antreiben", erläutert Wolfgang Seeboldt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die Existenz des Wasservorkommens will die ESA ab dem Jahr 2000 mit Hilfe eines Satelliten klären. Ein Jahr lang soll das Gerät von einer Mondumlaufbahn aus Messungen durchführen, bis dann im Jahr 2001 ein Landefähre in Polnähe aufsetzen und geologische und chemische Untersuchungen der Oberfläche machen soll. Zur Nutzlast werden dann auch kleine Fahrzeuge zählen, die allerdings nicht nur wissenschaftlichen Zwecken dienen sollen.
In Anlehnung an den Wettlauf zum irdischen Südpol zwischen Amundsen und Scott sollen die Roboter ein publikumswirksames Wettrennen auf den Erdtrabanten veranstalten. Von dieser Einlage, hoffen die ESA-Planer, könnten Sponsoren angezogen werden, die drei Viertel der geschätzten Missionskosten von rund 2,8 Mrd. Schilling tragen sollen. Ob die ESA-Mitgliedstaaten die restlichen 700 Mio. Schilling übernehmen, steht allerdings noch in den Sternen. [Quelle: Kay Müllges, Wolfgang Seeboldt] (Ende)
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